MESSEBESUCH: Eine Bratwurstlänge Vorsprung

Der Thurgau glänzt an der Olma auch ausserhalb seiner Sonderausstellung als Gastkanton. Ein Geheimtipp ist die Jungzüchterbar. Dort betreibt der Kanton beste Werbung in eigener Sache.

Silvan Meile
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Das Olma-Säulirennen bleibt ein Publikumsmagnet. (Bild: Ralph Ribi)

Das Olma-Säulirennen bleibt ein Publikumsmagnet. (Bild: Ralph Ribi)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

«Oha, der Hausi Leutenegger kommt auch noch», sagt der Pensionär aus Balterswil. Die anderen Gäste an der Jungzüchterbar drehen sich um, folgen dem Blick des Hinterthurgauers. Dieser hat sein Bier auf die Theke gestellt und winkt dem Promi. Hausi Leutenegger hat aber kaum Zeit, den Gruss zu erwidern. Denn der Bob-Olympiasieger von 1972 muss bereits ins Smartphone eines Jugendlichen grinsen, der für ein Selfie an Hausis Seite huschte, ihn umarmt und ihm das Handy vors Gesicht hält. Hausi belässt es schliesslich bei einer Stippvisite an der Jungzüchterbar in der Tierausstellungshalle an der Olma und zieht in Begleitung von Schwinger, Bodyguard und Landwirt Stefan Burkhalter weiter. Die Gäste an der Bar drehen sich wieder zur Theke, greifen zum Bier und nehmen den nächsten Schluck. Die Bar mitten in der Olma-Halle der Tierausstellungen ist ein Geheimtipp für die Thurgauer. Hier an der Bar, welche der Jungzüchterverein unter dem Patronat des Gastkantons Thurgau betreibt, trifft sich der Kanton.

Der Kanton betreibt beste Werbung in eigner Sache

Nach Hausis Kurzauftritt ist man an der kleinen Bar in der riesigen Halle wieder zurück im Gespräch. Ein Thema dominiert: «Der Fall Hefenhofen hat dem Image des Kantons geschadet», sagt der Mann aus Balterswil. Doch zumindest bei den Gästen an der Jungzüchterbar betreibt der Kanton schon wieder beste Werbung in eigener Sache. Das Bier aus dem Frauenfelder Brauhaus Sternen ist nämlich gratis. Wer etwas zahlen will, wirft Geld ins Sparschwein auf dem Tresen, hinter dem sich die beiden Bardamen dafür bedanken.

Draussen vor der Halle untermauert die Stadtmusik St. Gallen mit ihrem Spiel die Wichtigkeit des bevorstehenden Auftritts in der Arena. Es ist der Tag des Schweines. «7000 Schweinezüchter gibt es in der Schweiz», verkündet Branchenvertreter Thomas Kressibucher durchs ­Mikrofon. Etliche Muttersauen, ein Eber und einige Ferkel grunzen neben Kressibucher vor sich hin. Gleichzeitig füllt sich die Arena. Bald sind nur noch Stehplätze frei. Der wahre Höhepunkt der Olma steht bevor: das Säulirennen.

OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)
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OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)
OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)
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OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)
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OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)
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Bild: Benjamin Manser
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Bild: Urs Bucher
Bild: Jil Lohse
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Stimmungsbilder an der Olma (Bild: Ralph Ribi)
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Bild: Jil Lohse
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75. Olma-Eröffnung: Rundgang mit Bundespräsidentin Doris Leuthard, Publikum @ Urs Bucher/Tagblatt (Bild: Urs Bucher)
Bild: Ralph Ribi
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OLMA 2017, Sonntagnachmittag vor Schliessung am Abend, Featurebilder. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Thurgauerli hängt die Kampfsau ab

«Nehmt noch den letzten Bissen Bratwurst. Wir lassen es nachher krachen», verkündet Säulirennenmoderator Christian Manser in seinem Appenzellerdialekt. Ein halbes Dutzend Medienschaffende umringen ihn bereits, positionieren sich fürs beste Bild. Hier tanzt weder der Bär, noch ist der Leu los. Hier geht bald saumässig die Post ab.

Aus den Lautsprechern beschallen Status Quo mit «What­ever you want» die Arena. Sie ist nun brechend voll. Das Publikum steht auf, beginnt im Takt zur Rockmusik zu klatschen. «Das Säulirennen ist zwar nicht olympisch, aber Ihr, das Publikum, seid es», heizt Manser mit der untergehenden Sonne im Gesicht ein.

Und dann startet das Rennen. Drei Monate lang haben die Schweinchen dafür trainiert, bei Susanne Milz in Amlikon. Bereits seit 21 Jahren macht sie das. Erleichtert stellt sie fest, dass alle Schweinchen den richtigen Kurs in Richtung Futtertrog einschlagen, auch die Kampfsau mit dem Mänteli der Schweizer Armee. Doch sie bleibt zurück. Das «Thurgauerli» gewinnt mit einer Bratwurstlänge Vorsprung.