MESSE: St.Galler Bär freut sich auf Thurgauer Leu

Die diesjährige Olma ist für die Kantone St.Gallen und Thurgau etwas Besonderes. In St.Gallen fiebert man der Jubiläumsausgabe entgegen. Und der Nachbar hat die Ehre, bei der 75. Auflage als Gast vertreten zu sein. In drei Wochen geht es los.

Christian Kamm
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Was läuft an der Olma? OK-Chef Werner Dickenmann, Regierungsrat Walter Schönholzer, Olma-Direktor Nicolo Paganini. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Was läuft an der Olma? OK-Chef Werner Dickenmann, Regierungsrat Walter Schönholzer, Olma-Direktor Nicolo Paganini. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch

Die Vorfreude sei in St.Gallen jeweils schon Wochen vor der Messe-Eröffnung spürbar, sagte der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin, der auch Olma-Präsident ist, anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern des Gastkantons Thurgau in Romanshorn. Und mit Beginn der grössten Publikumsmesse ihrer Art würden wieder die drei B den Ton angeben, versprach Scheitlin: «Bratwurst, Bürli und Bier.»

Als Bühne für die Olma-Medienkonferenz hatte man die MS Säntis im Romanshorner Hafen ausgewählt. Der Ort sei wie gemacht dafür, «denn unser gemeinsamer Ostschweizer Lebensraum erstreckt sich vom Bodensee bis zum Säntis». Die Olma habe die «wunderbare Tradition», jeweils einen Gastkanton einzuladen. An der Jubiläumsmesse sei es nun der Nachbar Thurgau. «Wir freuen uns auf Sie», sagte Scheitlin in Richtung der Thurgauer Delegation.

«Dann müssen Sie sich in Acht nehmen»

Der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer nahm den Ball auf und illustrierte gleichzeitig, dass der Gastkanton gewillt sei, an der Olma selbstbewusst Präsenz zu markieren. Statt einer Messe mit drei B stellte der Regierungsrat eine mit zwei B und einem S in Aussicht. Nämlich: «Bratwurst, Bürli – und Saft.» Der Leu wolle und werde Spuren hinterlassen, versprach Schönholzer in Anspielung auf das Thurgauer Motto «De Leu isch los». Damit treffe der Thurgauer Leu quasi auf den Stadtsanktgaller Bären, drehte Scheitlin das Motto weiter. «Wenn beide gleichzeitig los sind, müssen Sie sich in Acht nehmen. Das kann ich Ihnen versprechen.»

Die Schlagzeilen über den Kanton Thurgau seien in der jüngsten Vergangenheit wenig schmeichelhaft und sehr undifferenziert gewesen, sagte Regierungsrat Schönholzer. «Mit unserem Olma-Auftritt wollen wir einen Gegenpunkt setzen und zeigen, was wir können.»

Sonderschau als «Leuchtturm»

Wie das gelingen soll, zeigte der Thurgauer OK-Präsident Werner Dickenmann auf. Punkten will der Thurgau vor allem mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, touristischen Schönheiten, kulturellen Besonderheiten sowie mit der Landwirschaft. Am Tag des Gastkantons (Samstag, 14. Oktober) werden rund 1200 Thurgauerinnen und Thurgauer ihren Kanton präsentieren. Die meisten im Rahmen des traditionellen Umzugs mit 35 Sujets. Und am Nachmittag führt dann Reto Scherrer durch das Programm des Festakts. «Die Sonderschau ist der Leuchtturm des Thurgauer Auftritts an der Olma», versprach Dickenmann weiter. «Da steckt viel Arbeit dahinter.»

Die Thurgauer Landwirtschaft ist mit über 100 Tieren an der traditionellen Tierschau vertreten. Bereits im Vorfeld, am Samstag, 7. Oktober, findet der Thurgauer Kultur- und Genusstag statt. Dann treten nicht nur heimische Bands in der St. Galler Innenstadt auf. In zwölf ausgewählten Restaurants werden Spezialitäten aus dem Nachbarkanton serviert. Und schliesslich findet die Wahl der diesjährigen Apfelkönigin für einmal nicht an der Weinfelder Gewerbeausstellung Wega, sondern an der Olma statt. Auch die fünfte Auflage des Ostschweizer Food-Forums ist quasi ein Geschenk der Wega an die Olma. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, wie gut die Schweizer Landwirtschaft für die Zukunft aufgestellt ist.