Mentalitätswandel im Umgang mit eigenem Tod

Allerorten kann man heutzutage Patientenverfügungen im Internet downloaden. Sie unterscheiden sich in erster Linie in ihrer inhaltlichen Tiefe, sind 1 bis 20 oder mehr Seiten lang.

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Allerorten kann man heutzutage Patientenverfügungen im Internet downloaden. Sie unterscheiden sich in erster Linie in ihrer inhaltlichen Tiefe, sind 1 bis 20 oder mehr Seiten lang. Der Heimeverband Curaviva Schweiz zählt 34 verschiedene Modelle, Christian Griess, Beratungsstellenleiter Pro Senectute Thurgau, schätzt die Zahl sogar auf über 40.

Es habe ein Wandel stattgefunden in der Beschäftigung mit dem eigenen Tod, stell Daniel Juf, Präsident der Ärztegesellschaft Thurgau, fest. «Es gibt immer mehr Möglichkeiten für lebensverlängernde Massnahmen – wie sinnvoll diese allerdings sind, ist fraglich. So entsteht aus meiner Sicht das Bedürfnis der einzelnen Person, darüber zu bestimmen, was gemacht werden soll und was nicht», sagt Jud. Den aktuellen Stellenwert von Patientenverfügungen schätze er deshalb als sehr hoch ein. Die Ärztegesellschaft Thurgau empfiehlt die Patientenverfügung der Spital AG Thurgau, welche schon seit über fünf Jahren im Einsatz ist. Wichtig sei, so Jud, dass sich die Patientenverfügungen an die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften halte.

Auch bei Curaviva Thurgau spielten Patientenverfügungen eine grosse Rolle, wie Geschäftsführerin Julia Käppeler erklärt. Zentral sei, beim Ausfüllen von Vorsorgedokumenten auf eine gute Beratung zurückgreifen zu können. In Zukunft würden wohl vermehrt Qualität und Praktikabilität einzelner Modelle ein Thema sein, mutmasst Käppeler. (ma)