Mehr Stauraum und Abstellfläche: Senioren suchen intelligente Küche

Die Tertianum-Stiftung in Berlingen setzt sich für die Interessen der älteren Menschen ein. Die Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der ETH einen Wettbewerb für eine altersgerechte Küche ausgeschrieben.

Barbara Hettich
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Intelligente Küche: dai ag, Zürich, Florian Baeriswyl & Team.

Intelligente Küche: dai ag, Zürich, Florian Baeriswyl & Team.

Berlingen. Die Küche hat bei den Senioren einen hohen Stellenwert. Dies ergab eine Umfrage der Tertianum-Stiftung Berlingen. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie sich täglich bis drei Stunden in der Küche aufhalten, ein Drittel sogar bis zu sechs Stunden. Die Hälfte der Befragten bereitet täglich eine einfache Mahlzeit zu, ein Viertel gab an, täglich etwas Besonderes zu kochen.

Bei der Umfrage standen Ausstattung und Eigenschaften im Mittelpunkt. Insbesondere wurde dabei bemängelt, dass handelsübliche Küchen zu wenig Stauraum und zu wenig Arbeitsfläche aufweisen. Auf den Wohnungsgrundriss bezogen wünschen sich 50 Prozent der Befragten eine zum Wohnraum hin offene Küche, die andere Hälfte wünscht sich eine flexibel abtrennbare Lösung.

Neue Ideen gesucht

Die Tertianum-Stiftung versteht sich als Ideen-Werkstatt für Altersthemen. In diesem Zusammenhang wurde 2010 das Thema Küche aufgegriffen und sie lancierte unter Mitwirkung des ETH-Wohnforums, einer interdisziplinären Forschungsgruppe Architektur der ETH Zürich, einen Studienauftrag zur Entwicklung von Ideen für die «intelligente Küche – nicht nur für Senioren». Beauftragt wurden drei Design-/Innenarchitekturbüros sowie Studenten der Architektur-Fachhochschulen Luzern, Basel und Burgdorf.

Kreative Lösungen gefunden

Die Ergebnisse aus dem Studienauftrag seien erfreulich, heisst es in einer Mitteilung der Tertianum-Stiftung. Insbesondere mit Blick auf das breite Spektrum der heute angebotenen Küchenprogramme sei es erstaunlich, wie viele neue, kreative und gute Lösungsansätze aufgezeigt werden. So basiert ein Entwurf auf einer individuell gestaltbaren Küchenwand mit vorgelagerter Wohninsel.

Die Jury attestiere zudem einer skulpturalen Küche, die über dem Boden schwebt, grosses Gestaltungspotenzial. In einem weiteren Schritt will die Tertianum-Stiftung die interessantesten Projekte weiterverfolgen. Die Resultate sollen auch anderen zur Verfügung stehen, die sich mit Wohnen im Alter beschäftigen, sagt Stiftungspräsident Helmut Bachmaier.

Küchenkiste; Jennifer Sigel, Fachhochschule Basel.

Küchenkiste; Jennifer Sigel, Fachhochschule Basel.

G-Küche: Dominic Haag, Hochschule Luzern.

G-Küche: Dominic Haag, Hochschule Luzern.

Kitchen8: Team der Berner Fachhochschule in Burgdorf.

Kitchen8: Team der Berner Fachhochschule in Burgdorf.

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