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Mehr Rechte für Pflegende

Pflegefachpersonen sollen mehr eigenständig handeln können und nicht nur auf eine ärztliche Verordnung hin, fordert eine parlamentarische Initiative. Max Mäder aus Warth zeigte bei der SVP Iselisberg auf, wie es sein könnte.
Evi Biedermann
Der Experte für Bildung im Gesundheitswesen, Max Mäder, engagiert sich im Auftrag des Berufsverbands für die Pflegefachleute. (Bild: Evi Biedermann)

Der Experte für Bildung im Gesundheitswesen, Max Mäder, engagiert sich im Auftrag des Berufsverbands für die Pflegefachleute. (Bild: Evi Biedermann)

WEININGEN. «Im Gesundheitswesen braucht es eine klare Sprache», sagt Max Mäder. Diese hatte der Experte für Berufsbildung im Pflegebereich zweifellos, als er sich am Montagabend in Weiningen für die gesetzliche Anerkennung der Verantwortung der Pflege stark machte. Das Pflegefachpersonal soll in pflegefachspezifischen Belangen eigenständig handeln können, fordert eine parlamentarische Initiative. Jetzt ist es so, dass Pflegende für jede Leistung eine ärztliche Verordnung benötigen. Mäder: «Kerngeschäft der Pflege ist das Kranksein und nicht die Krankheit.»

Pflegende als Experten

Die dafür ausgebildeten Pflegefachpersonen seien heute vorhanden, sagte der einstige Rektor des Thurgauer Bildungszentrums für Gesundheit, der in Warth wohnt. «Es gibt hervorragende Masterarbeiten über pflegespezifische Bereiche.» Stürze, Wundpflege, künstlicher Darmausgang: «Wenn der Arzt nichts mehr machen muss oder machen kann, gibt es für die Pflege noch viel zu tun.» Viel Arbeit wartet auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens, ist Mäder überzeugt. Mittlerweile ein 62-Milliarden-Markt, der aber nicht funktioniere. Weil das Angebot die Nachfrage bestimme, es eine hohe Zahl von Anbietern gebe und aggressives Marketing betrieben werde.

Gesellschaft des langen Lebens

Der Anspruch ans Gesundheitswesen ist hoch, darin war man sich im rund zwanzigköpfigen Publikum einig. Und die Leistungen sollen über die hohen Krankenkassenprämien finanziert werden. Auch wolle heute niemand mehr sterben. Sterben sei ein Tabuthema, sagte Mäder etwas ratlos. «Wir sind eine Gesellschaft des langen Lebens geworden.» Als künftige Herausforderungen sieht Mäder unter anderem die hochtechnische, komplexe Spitzenmedizin, die ambulante Gesundheitsversorgung, chronisch-langzeitliche Erkrankungen und Mehrfacherkrankungen. «Die Hälfte der über 65-Jährigen hat drei oder mehr gesundheitliche Probleme.» Als strategische Zielsetzungen nannte er eine neue Arbeits- und Kompetenzverteilung, die Sicherung des Berufsnachwuchses, die Orientierung am Patientennutzen und Schutz vor Überversorgung. Auch müssten die einzelnen Organisationen besser zusammenarbeiten. «Es gibt viel zu viele Leerläufe in der Fallsteuerung.»

SVP-Nationalrätin Verena Herzog fragte nach der Rolle der Pro Senectute. Deren Mitarbeiter könnten Haushaltarbeiten übernehmen, die heute die weit teurere Spitex erledigt. «Von der Freiwilligenarbeit haben wir noch gar nicht geredet», sagte Mäder. Diese müsse gefördert werden.

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