Mehr Raum für Büros und Kultur

STETTFURT. Stettfurt entscheidet im Dezember über die Sanierung des Gemeindehauses. Im Kredit über 1,38 Millionen Franken ist auch die Vergrösserung des Gewölbekellers drin. Trotz der Investition beantragt der Gemeinderat eine Steuersenkung.

Markus Zahnd
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Stettfurts Gemeindeschreiberin Janine Bohner und Gemeindepräsident Thomas Gamper schauen sich die Pläne für die Sanierung des Gemeindehauses an. (Bild: Markus Zahnd)

Stettfurts Gemeindeschreiberin Janine Bohner und Gemeindepräsident Thomas Gamper schauen sich die Pläne für die Sanierung des Gemeindehauses an. (Bild: Markus Zahnd)

Für Thomas Gamper steht fest: «Unser Gemeindehaus ist eines der schönsten der Region.» Ebenfalls klar ist für den Stettfurter Gemeindepräsidenten, dass das Gebäude mit seiner barocken Fassadenmalerei nun saniert werden muss, damit es seinen Status auch halten kann. «Es ist an der Zeit, die letzte grosse Renovation ist schon über dreissig Jahre her.»

Deshalb beantragte der Gemeinderat im Dezember 2012 einen Projektierungskredit über 70 000 Franken. Es war aber klar, dass das Projekt Turnhalle und Schulraumerweiterung Priorität geniessen würde. Nachdem das Volk diese Pläne an der Urne aber wuchtig verworfen hat, will der Gemeinderat nun mit der Sanierung des Gemeindehauses vorwärts machen und beantragt an der Budgetversammlung am 10. Dezember dafür einen Kredit von 1,38 Millionen Franken.

Früher war es ein Restaurant

Das Gemeindehaus wurde 1777 erbaut, war früher lange Zeit ein Restaurant, ehe es die Gemeinde in den 1980er-Jahren kaufte. Nun aber müsse das Haus aufgefrischt werden, sagt Gamper. «Aber: Wir werden nicht in die Substanz des Gebäudes eingreifen.» Dafür garantiert auch der zuständige Architekt Gabriel Müller aus Frauenfeld, der bereits viel Erfahrung mit der Restaurierung historischer Bauten hat.

Nebst der Sanierung der Aussenhülle mit der barocken Fassadenmalerei soll vor allem im Inneren erneuert werden. «Wir müssen den veränderten Ansprüchen einer Verwaltung gerecht werden», sagt Gamper. Die Arbeitsbedingungen der drei Gemeindeangestellten sollen damit verbessert werden. Laut den Plänen soll im Erdgeschoss aus dem Büro der Einwohnerdienste ein Empfangsraum werden. Auf dieser Etage werden nur noch die Einwohnerdienste und das Bauamt untergebracht sein. Im Büro des Gemeindepräsidenten wird neu die Finanzbuchhaltung und das Steueramt Platz finden. «Das Sitzungszimmer wollen wir aber beibehalten», sagt Gamper.

Saniert werden soll auch der Gewölbekeller, der seit Jahren vor allem als Kulturkeller dient. Der Keller soll vergrössert werden, so dass es Platz hat für sanitäre Anlagen und eine Garderobe für die Künstler. Ausserdem wird die Bühne grösser, und es hat mehr Raum für die Besucher. «Der Kulturkeller hat sich weit über Stettfurt hinaus einen guten Ruf erarbeitet. Wir sehen es auch als unsere Aufgabe an, die Kultur so zu fördern», sagt Gamper, der aber betont, dass der Keller allen Stettfurter Vereinen zur Verfügung steht. Für die Sanierung des Kellers sind 255 000 Franken vorgesehen.

Im Projekt enthalten ist zudem die Scheune neben dem Gemeindehaus, ein Teil davon soll zu einem Archiv werden. Weiter wird die Parkplatzsituation verbessert, und der Zugang ins Haus wird rollstuhlgängig. An einem Tag der offenen Tür sowie an einer Informationsveranstaltung am 19. November können sich die Stettfurter bereits vor der Abstimmung über das Vorhaben informieren.

Senkung um vier Prozentpunkte

Die Investition sei nicht nur nötig, die Gemeinde könne sie finanziell auch verkraften, sagt Gamper. «Weil die Turnhalle auf absehbare Zeit nicht kommen wird, wollen wir nun das Gemeindehaus sanieren. Gemäss unserem Finanzplan liegt der Kredit absolut drin.» Sogar mehr noch: Der Gemeinderat beantragt den Stimmbürgern am 10. Dezember auch die Reduktion des Steuerfusses um vier auf 48 Prozentpunkte. «Wir haben eine überdurchschnittlich hohe Steuerkraft. Und wir haben immer gesagt, dass wir die Steuern senken, wenn wir es uns leisten können», sagt Gamper.

Do, 19. November: Orientierung über die Budget-Versammlung. Do, 10. Dezember: Gemeindeversammlung. Jeweils 20 Uhr, Tscharnerhaus