Mehr Hundebisse in der Ostschweiz

Im Thurgau gab es im vergangenen Jahr über 20 Prozent mehr Hundebisse. Die Anzahl nahm in der Ostschweiz generell zu – doch nirgendwo so stark wie im Thurgau.

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Hunde bissen 2012 häufiger zu. (Archivbild: Susann Basler)

Hunde bissen 2012 häufiger zu. (Archivbild: Susann Basler)

ST. GALLEN. Der beste Freund des Menschen meint es nicht immer gut mit den Zweibeinern oder anderen Tieren: Die Fälle bissiger oder aggressiver Hunde haben 2012 schweizweit um neun Prozent zugenommen; insgesamt wurden 4329 Fälle gemeldet. Die grösste Zunahme in der Ostschweiz gab es mit 22 Prozent im Kanton Thurgau. Dort wurden 229 Vorfälle registriert, 42 mehr als im Vorjahr.

Im nationalen Vergleich rangiert der Thurgau mit dieser Zunahme neu auf Platz zwei. Eine grössere Zunahme verzeichnete nur noch der Kanton Solothurn (plus 33 Prozent). Am meisten zugeschnappt wurde in den Kantonen Zürich, Bern und Aargau. In Zürich gingen 1127 Meldungen ein.

254 Fälle im Kanton St. Gallen

13 Prozent mehr Hundebisse gab es im Kanton St. Gallen. Gemäss kantonalem Veterinäramt wurden vergangenes Jahr 254 Fälle gemeldet. 178mal wurden Menschen gebissen, bei 66 Fällen andere Tiere. Bei zehn Hunden diagnostizierte der Tierarzt eine «übermässige Aggression» und somit eine Gefährdung für Mensch und Tier. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden bewegt sich die Anzahl gemeldeter Vorfälle im Schnitt der letzten Jahre: Appenzell Innerrhoden verzeichnet acht Fälle, Appenzell Ausserrhoden 51 Fälle.

«Dunkelziffer ist höher»

Den Grund für die Zunahme sieht Gabriela Calzavara-Guldener, amtliche Tierärztin in St. Gallen, in der streng geführten Meldedisziplin. «Ärzte und Tierärzte sind seit 2006 verpflichtet, Vorkommnisse wie Hundebisse zu melden, sofern die Verletzungen als erheblich eingestuft werden», sagt Gabriela Calzavara. Dieser subjektiv auslegbare Verletzungsgrad sei «ärgerlich – jeder Arzt entscheidet individuell. Zudem passieren die meisten Hundebisse innerhalb der Familie und im Freundeskreis. Solche Fälle werden selten gemeldet.» Die Dunkelziffer würde demnach wesentlich höher liegen als die offiziellen Zahlen. (nil)