Mehr Grippekranke im Spital

Die Thurgauer Spitäler wurden von der Grippewelle gefordert. Mehr Mitarbeiter als bisher liessen sich impfen. Die Impfung war aber weniger wirksam.

Barbara Hettich
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MÜNSTERLINGEN. Dieses Jahr erkrankten im Kanton Thurgau mehr Menschen an Grippe als im Vorjahr. Als Folge davon hätten auch mehr Menschen hospitalisiert werden müssen, sagt Robert Thurnheer, Chefarzt der Ambulanten Medizinischen Diagnostik am Kantonsspital in Münsterlingen. Die Spitäler hätten dies ab Mitte Dezember bis Anfang März zu spüren bekommen, derzeit gebe es immer noch einige Fälle.

Nur wenig Personalausfälle

Hospitalisiert wurden vor allem ältere Personen, die zusätzlich an anderen Erkrankungen leiden. Gelegentlich sei bei der diesjährigen Grippewelle der Husten sehr ausgeprägt gewesen. Ältere Patienten hätten häufig mehr unter Bauchbeschwerden gelitten oder waren einfach nur müde und abgeschlagen.

In den Thurgauer Spitälern hätten nur wenige Personalausfälle verzeichnet werden müssen. Dies aufgrund einer starken internen Impfkampagne, welche offenbar Früchte getragen habe. «Für Schweizer Verhältnisse haben wir eine vorbildliche Impfrate», zeigt sich Robert Thurnheer zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr sei es gelungen, doppelt so viele Mitarbeitende zu motivieren. Dies könnte aber immer noch klar verbessert werden. Von einem Pflegenotstand sei man verschont geblieben, kurzfristige Ausfälle gab es aufgrund von Atemwegsinfekten, welche nicht auf Grippeviren zurückzuführen waren.

Grippeimpfung empfohlen

In dieser Saison sei die Impfung offenbar weniger wirksam gewesen als noch in den Jahren zuvor. Das Grippevirus befinde sich in einem steten Wandlungsprozess, weshalb der Impfstoff jedes Jahr angepasst werden müsse. Dies gelinge nicht immer gleich gut, erklärt Thurnheer. In den Thurgauer Spitälern werde den Mitarbeitenden dringend empfohlen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. «Man kann natürlich niemanden zwingen, manchmal spielen weltanschauliche Argumente eine Rolle», sagt der Chefarzt. «Wir werden in diesem Herbst aber erneut versuchen, eine hohe Impfrate zu erreichen.»

Im übrigen sollen weiterhin die bekannten Hygienemassnahmen mit Händedesinfektion propagiert werden. Besucher werden gebeten, Krankenbesuche zu vermeiden, wenn sie Krankheitssymptome bei sich feststellen.

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