Mehr Busse, weniger Parkplätze

FRAUENFELD. Mit dem Neubau des Kantonsspitals Frauenfeld schafft der Kanton 173 zusätzliche Parkplätze. Die Hälfte davon wird in einigen Jahren wieder aufgehoben, sofern die Stadtbusse dann bis Mitternacht verkehren.

Thomas Wunderlin
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Von den 1200 Mitarbeitern des Kantonsspitals Frauenfeld wohnen zwei Drittel ausserhalb der Stadt und ihrer näheren Umgebung. Damit sie ihre Autos nicht mehr in den umliegenden Quartieren parkieren, baut der Kanton mit dem Neubau des Kantonsspitals neue Parkplätze für Angestellte und Besucher. Statt wie bisher 542 sollen es 715 werden. Der grösste Teil davon, nämlich 425, wird im neuen Parkhaus an der Lachenstrasse zu finden sein.

Bis zum 6. Februar dauert die Planauflage des Spitalneubaus und des dazu gehörenden Umweltverträglichkeitsberichts. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, sollen die Parkplätze wieder auf 630 reduziert werden bei einer genügenden Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Dazu wird auch klargemacht, wie diese Bedingung zu verstehen ist: Zwischen 6 und 19 Uhr muss der Viertelstundentakt gelten, ab 19 Uhr bis 24 Uhr der Halbstundentakt. Dies ist heute weitgehend schon so, nur fährt der letzte Bus bereits um 22.03 Uhr vom Spital Richtung Bahnhof.

Garage: Baubeginn im Sommer

«In Randzeiten ist die öV-Anbindung schlecht», sagt der stellvertretende Kantonsbaumeister Urs Steppacher. Die Busse sollten abends länger fahren, «damit die Leute heimkehren können». In Frauenfeld seien Bestrebungen im Gang, die Busse mittelfristig länger fahren zu lassen. Abgebaut würden die Parkplätze dann beim Personal-Parkplatz auf der Nord-Ost-Seite des Spitalareals.

Als erstes wird vom Sommer 2013 bis Ende 2014 eine 126 Meter lange und 40 Meter breite Parkgarage entlang der Lachenstrasse gebaut. Integriert wird der Stellplatz für die Rettungsfahrzeuge.

Oberirdisch hat die Parkgarage nur eine Etage, die nur zur Lachenstrasse sichtbar wird. Das Dach ist begrünt und geht hinten nahtlos ins ansteigende Gelände über. Sollte dieses Gebiet zu Bauland erklärt werden, würde es über die Parkgarage erschlossen.

Richtung Pfaffenholz könnte die Parkgarage bei späterem Bedarf um 22 Meter verlängert werden; dadurch entstünden weitere 80 bis 100 Plätze. «Diese Option lässt man offen», sagt Steppacher. Je nach Entwicklung könnte sie in 20 bis 30 Jahren ergriffen werden.

Alter Parkplatz wird überbaut

Der bisherige Besucher-Parkplatz auf der Nordseite wird Anfang 2015 geschlossen. Dann ist Baubeginn des neuen Spitalgebäudes. Der Parkplatz wird laut Steppacher zu zwei Dritteln überbaut; ein Teil wird auch für die Erschliessung der Ver- und Entsorgung des Spitals gebraucht. Auf einem kleinen Rest wird ein Park angelegt.

Das Bauvorhaben gilt gemäss Umweltschutzfachstelle als umweltverträglich, sofern die Bauherrin, also der Kanton respektive das Hochbauamt, gewisse Vorgaben einhält. Unter anderem muss sie ein Entsorgungskonzept vorlegen und darlegen, wie sie den alten Spitalturm abbauen und seine Bestandteile loswerden will.

Entlang der Lachenstrasse baut der Kanton eine Parkgarage für die Spitalbesucher. (Bild: Thomas Wunderlin)

Entlang der Lachenstrasse baut der Kanton eine Parkgarage für die Spitalbesucher. (Bild: Thomas Wunderlin)