Mehr als nur ein Platz beim RAZ

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Frauenfeld Wenige Tage dauert es noch, das alte Jahr. Wenige Tage noch können sich die Frauenfelder bei der Sammelstelle an der Gaswerkstrasse ihrer Altlasten entledigen. Ab Neujahr integriert die Stadt die Entsorgungsstelle ins Regionale Annahmezentrum (RAZ) im Juch. «Das ist eine gute Lösung», meint Werkhofleiter Markus Graf. Die Ersparnisse von jährlich rund 90 000 Franken seien nicht der Hauptgrund für die Auflösung der zentralen Sammelstelle. Mit durchschnittlich 500 Anlieferungen täglich sei der Verkehr an der Gaswerkstrasse an seine Grenzen gelangt. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit mit der Tricycling Mittelthurgau AG, an der auch der Zweckverband Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Thurgau, die Hugelshofer AG, die Karl Geiges AG und die Müller Recycling AG beteiligt sind.

Für KVA-Geschäftsführer Peter Steiner hat sich zuletzt auch das Bedürfnis der Bevölkerung verändert. «Heute wollen die Leute alle Abfälle am selben Ort entsorgen», sagte er an einer Medienorientierung am vergangenen Freitag. Mit dem RAZ – notabene dem grössten von vieren im Thurgau – sei eine nachhaltig und langfristig gute Lösung zu Stande gekommen. «Zudem hat es mehr Platz beim RAZ, und auch die Verkehrsführung ist sicherer als an anderen Abgabestellen», meint Steiner. Die Region Frauenfeld jedenfalls sei in Sachen Entsorgung für die Zukunft gut gerüstet.

Reklamationen ernst nehmen

«Riesige Freude» bereitet die Integration der Sammelstelle auch Stefan Geiges, dem Tricycling-Verwaltungsratspräsident. Das RAZ sei nach sechs Monaten Betrieb auf Kurs, geplant sind jährlich 60000 Anlieferungen und rund 25000 Tonnen Abfall. Mit der Beteiligung der Stadt sei der Aufbau des RAZ zu einem Abschluss gelangt, was «auch eine Win-win-Situation ist». Geiges ist sich aber auch bewusst, dass die Arbeit noch nicht abschliessend getan sei. «Wir nehmen die Reklamationen der Bevölkerung ernst», sagt er. So habe eine Kundin kürzlich den fehlenden Wasserhahn bemerkt, wo sich die Entsorger nach getaner Arbeit die Hände waschen können. «Jetzt ist das möglich», sagt Geiges.

Für all diejenigen, die sich über die Auflösung der Sammelstelle an der Gaswerkstrasse ärgern, hat Markus Graf tröstende Worte: «Wir betreiben dort weiterhin eine Quartiersammelstelle, wo nebst Glas, Blech, Kleidern und Batterien auch Kleinmengen von Karton abgegeben werden können.» Je nach Bedürfnis seien solche Abgabestellen auch in anderen Quartieren möglich», sagt Graf, wie sie es etwa im Obstgarten oder am Marktplatz gibt.

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch