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Medikamententests: Regierungsrat Kaspar Schläpfer entschuldigt sich

FRAUENFELD. Regierungsrat Kaspar Schläpfer hat Walter Emmisberger, Opfer von Fremdplazierung, in dessen Wohngemeinde im Kanton Zürich besucht und sich entschuldigt.
Inge Staub
Regierungsrat Schläpfer bei Münsterlingen-Opfer Emmisberger. (Bild: pd)

Regierungsrat Schläpfer bei Münsterlingen-Opfer Emmisberger. (Bild: pd)

Frauenfeld. Regierungsrat Kaspar Schläpfer hat Walter Emmisberger, Opfer von Fremdplazierung, in dessen Wohngemeinde im Kanton Zürich besucht und sich entschuldigt. Kaspar Schläpfer übergab Emmisberger eine Erklärung, in welcher er festhält: «Ich bedauere, dass ein Satz von mir im Interview vom 7. Januar bei Tele Ostschweiz viele Menschen verletzt hat. Ich entschuldige mich dafür in aller Form bei den Betroffenen.»

Wert für die Forschung?

TVO hatte über die Medikamententests in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen in den 50er- bis 80er-Jahren berichtet, wovon auch Walter Emmisberger betroffen war. Regierungsrat Schläpfer sagte in der Sendung, man müsse einerseits sehen, was die Betroffenen durchmachen mussten, andererseits müsse man aber auch sehen, welcher Wert durch die Medikamentenabgabe für die Forschung entstanden sei.

Diese Äusserung stiess auf Empörung. Walter Emmisberger, der noch heute mit 58 Jahren unter den Folgen der pharmazeutischen Versuche leidet, beklagte: «Dies macht mich sehr traurig.» Die Wiler Gesundheitspolitikerin Yvonne Gilli (Grüne) bewertete Schläpfers Satz als «heikel» und «unangebracht».

Walter Emmisberger hat Schläpfers Besuch sehr geschätzt: «Wir hatten ein sehr langes und intensives Gespräch geführt, in dem ich ihm auch meine Anliegen erklärte.»

Kapitel wirklich aufarbeiten

Kaspar Schläpfer unterstrich bei seinem Besuch, dass der Regierungsrat sowohl das Schicksal der Verdingkinder als auch die Frage der Medikamentenabgabe in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen sehr ernst nehme. Das Staatsarchiv arbeite mit Hochdruck an der Erschliessung der Akten des Psychiaters Roland Kuhn.

Sobald die Dokumente archiviert sind, wird der Regierungsrat ein Forschungsprojekt in Auftrag geben. «Wir wollen dieses Kapitel wirklich aufarbeiten», betont Kaspar Schläpfer.

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