Max Arnold zum «höchsten Thurgauer» gewählt

FRAUENFELD. In der Thurgauer Regierung sitzen ab sofort mehr Frauen als Männer. Der Grosse Rat hat am Mittwoch Cornelia Komposch (SP) vereidigt und ihren Parteikollegen Claudius Graf verabschiedet, der pensioniert wird. Präsident des Grossen Rats und damit «höchster Thurgauer» ist Max Arnold (SVP).

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Cornelia Komposch bei ihrer Vereidigung. (Bild: Reto Martin)

Cornelia Komposch bei ihrer Vereidigung. (Bild: Reto Martin)

Komposch übernimmt von ihrem Vorgänger das Justizdepartement. Präsidiert wird der fünfköpfige Regierungsrat ab Juni von Jakob Stark (SVP, Finanzdepartement). Als stellvertretende Regierungspräsidentin wurde Erziehungsdirektorin Monika Knill (SVP) gewählt.

Cornelia Komposch bei ihrer Vereidigung. (Bild: Reto Martin)

Cornelia Komposch bei ihrer Vereidigung. (Bild: Reto Martin)


In der Thurgauer Regierung sitzen ausserdem Kaspar Schläpfer (FDP, Volkswirtschaftsdepartement), und Carmen Haag (CVP, Baudepartement).

Claudius Graf-Schelling wurde vor 15 Jahren in die Thurgauer Regierung gewählt und präsidierte diese drei Mal. Der Jurist und ehemalige Gerichtspräsident des Bezirks Arbon führte während der gesamten Amtsdauer das Justizdepartement.

Graf ersetzte erste Frau
Graf-Schelling ersetzte damals die erste Frau in der Thurgauer Regierung und machte den Regierungsrat wieder zu einem reinen Männergremium. Seine Vorgängerin, Vreni Schawalder (SP), wurde 1996 gewählt und trat vier Jahre später aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Unter Grafs Amtsdauer fällt eine tiefgreifende Reorganisation des Kantons, die seit dem vorletzten Jahrhundert bestand. Statt acht gibt es seit 2009 noch fünf Bezirke. Die Zahl der Grundbuch− und Betreibungsämter und jene der Zivilstandsämter wurde stark reduziert.

Graf setzte sich unter anderem auch dafür ein, dass sich der Kanton Thurgau bei den ehemaligen Verdingkindern entschuldigte. Der scheidende Regierungsrat bedankte sich bei seinen Amtskolleginnen und -kollegen, bei Staatsschreiber Rainer Gonzenbach und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Arnold präsidiert Grossen Rat
Der Grosse Rat wählte Max Arnold (SVP) zum Präsidenten. Arnold erhielt 102 von 113 Stimmen. Der ehemalige Gemeindeammann von Warth-Weiningen und Mitinhaber eines Ingenieurbüros hat Jahrgang 1947 und will sich nach seinem Amtsjahr aus der aktiven Politik verabschieden, wie er vor seiner Wahl sagte.

Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
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Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
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Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)
Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)

Wahlfeier Max Arnold (Bild: Reto Martin)


Vizepräsident für das Amtsjahr 2015/2016 ist Gallus Müller aus Guntershausen. Der Präsident der Thurgauer CVP und des Thurgauer Hauseigentümerverbands wurde mit 101 von 117 Stimmen gewählt. Im Thurgau dauert die Amtszeit von Parlament und Regierung jeweils vom 1. Juni bis zum 31. Mai.

Sitz im Bankrat bleibt leer
Der Grosse Rat wählte Christoph Kohler in den bisher neunköpfigen Bankrat der Thurgauer Kantonalbank, der von René Bock präsidiert wird. Der Personalfachmann aus Chur erhielt 99 von 99 massgebenden Stimmen. 12 Stimmzettel wurden leer eingeworfen, elf waren ungültig.

Die Regierung hatte als zweiten Kandidaten Michael Brandenberger (CVP) vorgeschlagen. Dieser hatte seine Kandidatur zurückgezogen, nachdem Diskussionen über seine Rolle als Chef einer Beratungsfirma aufkamen, die in den Skandal um die Zürcher Pensionskasse BVK involviert war.

Nach der missglückten Kandidatensuche beschloss die Thurgauer Regierung, dass ein Sitz des obersten Führungs− und Aufsichtsgremiums der Bank bis zu den Gesamterneuerungswahlen im Juni 2016 leer bleibt. (sda)