Mauer nur von 1944, aber Teil der intakten Stadtanlage

STECKBORN. Die Frage, ob es sich bei dem teilweise abgebrochenen Mauerstück nahe dem Turmhof Steckborn um einen Zeitzeugen aus dem Mittelalter handle, konnte weitgehend geklärt werden.

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STECKBORN. Die Frage, ob es sich bei dem teilweise abgebrochenen Mauerstück nahe dem Turmhof Steckborn um einen Zeitzeugen aus dem Mittelalter handle, konnte weitgehend geklärt werden. Vertreter der kantonalen Denkmalpflege und der Stadt Steckborn haben den aktuellen Stand der Abklärungen erörtert. Dies teilt die Steckborner Stadtverwaltung mit.

Nicht aus dem Mittelalter

Aufgrund der Erkenntnisse aus den Untersuchungen durch das kantonale Amt für Archäologie könne davon ausgegangen werden, dass der fragliche Mauerabschnitt von etwa sieben Metern Länge nach dem Abbruch des ehemaligen Waschhauses und dem im Jahre 1944 gleichenorts erstellten Seewasser-Pumpenhaus neu aufgebaut worden ist, heisst es in der Mitteilung. Es handle sich also nicht um ein Mauerfragment aus dem Mittelalter.

Fotos aus der Zeit vor und nach der Erstellung des Seewasser-Pumpenhauses untermauern diese These. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass Teile des Fundaments und Reste der historischen Seemauer damals im Jahr 1944 mit verbaut wurden.

Unbestritten sei aber auch die Feststellung, dass der Verlauf der Mauer zwischen der Liegenschaft Frech und dem Seewasser-Pumpenhaus dem ehemaligen Stadtmauer-Ring entspricht. Historische Dokumente würden diese Tatsache hinreichend belegen.

Nebst den eigentlichen, die Altstadt einfassenden, Ringmauern entlang dem «Schützengraben» und dem «Bachrain» sei auch die Seefront ein wesentlicher Bestandteil der historischen Stadtbefestigung. Diese setzt sich laut Mitteilung vorwiegend aus Elementen der seeseitigen Gebäudefassaden zusammen und wird durch Mauerelemente ergänzt. Durchgänge und Mauerdurchbrüche sind historisch auf ein Minimum begrenzt worden.

Braucht weitere Gespräche

Die Gewährleistung der Intaktheit dieser historischen Stadtanlage und damit auch der seeseitigen Perspektive der Steckborner Altstadt würde im Vordergrund der Bemühungen stehen. Es werde Gegenstand weiterer Gespräche sein, in der Frage dieses Mauerabschnitts eine für alle Beteiligten befriedigende und einvernehmliche Lösung zu finden. (red.)

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