Matzingen will keinen Kreisel

Der Matzinger Gemeinderat stellt seine Pläne für die Rösslikreuzung vor: Er will die Verkehrssituation im Dorfkern mit Ampeln lösen statt mit einem Kreisel. In spätestens drei Jahren wird zudem eine Bahnschranke aufgestellt.

Melissa Müller
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Matzingen. Aus fünf Richtungen münden die Strassen in die berüchtigte Rösslikreuzung im Zentrum von Matzingen. «Vor allem der Schleichverkehr über die Altholzstrasse bereitet uns Mühe», sagt Gemeindeammann Walter Hugentobler. «Diese Autos blockieren uns ständig die Kreuzung.» Er meint damit etwa die Bewohner des Frauenfelder Boom-Quartiers Huben, die über die Altholzstrasse zur Matzinger Autobahneinfahrt fahren. 13 000 Autos durchqueren das Dorf täglich. Dass auch noch die Frauenfeld-Wil-Bahn vorbeirasselt, macht die Situation nicht einfacher. «Bei der Rösslikreuzung kommt es mehrmals im Jahr zu Unfällen», sagt Hugentobler.

Eine Barriere ist Pflicht

Das Bundesamt für Verkehr schreibt vor, dass bis 2014 eine Bahnschranke aufgestellt werden muss. Im gleichen Zug wird die Kreuzung saniert. «Ich warte seit 15 Jahren auf eine Lösung bei der Rösslikreuzung», sagte eine Matzingerin am Infoabend am Dienstag in der Mehrzweckhalle. Gerade mal acht Bewohner tauchten auf. Heute abend und am Samstag wird der Anlass wiederholt.

Gemeinderat Beat Büchel präsentierte zwei Verkehrsvarianten, die für das kantonale Tiefbauamt in Frage kommen:

• Ein Kreisel

Gesamtkosten: Rund drei Millionen Franken.

Vorteile: Das Wunschobjekt wird umsetzt, für das sich die Bevölkerung im Dorfkafi ausgesprochen hat.

Nachteile: Kein besserer Verkehrsfluss. Eine grosse Fläche wird verbaut. Ein massiver Betonwall in Richtung Lauche müsste erstellt werden. Auch eine grössere Unterführung für die Fussgänger wäre nötig. Das Dorfbild wird unattraktiver. Es ist schwierig, den Kreisel zurückzubauen.

• T-Kreuzung mit Ampeln

Gesamtkosten: Rund eine Million Franken

Vorteile: Stau vor dem Bahnübergang kann gesteuert aufgelöst werden. Die Lichtsignale können zurückgebaut werden.

Nachteile: Der vollautomatisch gesteuerte Lichtsignal-Knoten entspricht nicht der Lösung des Dorfkafis.

Ob Kreisel oder Ampeln: Wartezeiten und Stau wird es weiterhin geben. Gegen den Trend will Matzingen keinen Kreisel. «Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir eine Lösung mit Ampeln bevorzugen», sagt Hugentobler. «Wir wollen unser Dorf nicht verbauen.»

Der Kanton arbeitet zudem an einer Studie für eine Umfahrung um Matzingen. «Die geplante Stadtumfahrung für Frauenfeld würde sonst bei uns zu Dauerstau führen», sagt Gemeinderat Beat Büchel. Im Falle einer Matzinger Umfahrung würde ein Kreisel überflüssig.

Ideenwettbewerb ausgewertet

Nächstes Jahr kommt das Projekt Rösslikreuzung in die Planungsphase. «Erst wenn diese Verkehrssituation geklärt ist, können wir die Dorfplatzgestaltung an die Hand nehmen», sagt Hugentobler. Zu diesem Zweck hat die Gemeinde einen Wettbewerb ausgeschrieben. Vier Konzepte können in der Mehrzweckhalle besichtigt werden. Das Konzept, das am besten abgeschnitten hat, sieht vor dem Restaurant Rössli und auf dem Areal Bachmann hinter dem «Ochsen» einen Platz mit Pflastersteinen vor. Der unterste Abschnitt der Altholzstrasse ist als Tempo-20-Begegnungszone geplant. Auf der Luderwiese hinter dem Bahnhof sollen Bäume gepflanzt und Möglichkeiten für Spiel und Sport geschaffen werden. Am Dienstag zeigten sich einige Bewohnerinnen und Bewohner skeptisch, da die Parkplatzsituation bei allen vier Konzepten nicht vollständig geklärt ist.

Weitere Anlässe zum Thema Verkehr und Dorfgestaltung: Heute Donnerstag, 19 bis 20.30 Uhr und Samstag, 3. September, 9.30 bis 11 Uhr, Mehrzweckhalle Matzingen

Hier knallt es öfter: Auf der Rösslikreuzung kommt es mehrmals im Jahr zu Verkehrsunfällen. (Bild: Nana Do Carmo)

Hier knallt es öfter: Auf der Rösslikreuzung kommt es mehrmals im Jahr zu Verkehrsunfällen. (Bild: Nana Do Carmo)