MATZINGEN: Siegerprojekt steht fest

Die Pläne für den neuen Werkhof werden konkreter. Der Neubau auf der alten Liegenschaft Schär soll rund zwei Millionen Franken kosten und im Herbst zur Abstimmung kommen.

Samuel Koch
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Das Modell des siegreichen Architekturbüros zeigt das längliche Werkhofgebäude, das entlang der St.-Galler-Strasse im Vordergrund neben dem Mehrzweckgebäude liegt. (Bild: PD/Lilin Architekten Sia GmbH)

Das Modell des siegreichen Architekturbüros zeigt das längliche Werkhofgebäude, das entlang der St.-Galler-Strasse im Vordergrund neben dem Mehrzweckgebäude liegt. (Bild: PD/Lilin Architekten Sia GmbH)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Nomen est omen. Das Siegerprojekt für den geplanten Neubau des Werkhofs in Matzingen heisst «tsiagalhüte». «Das ist kein Zufall», meint Daniel Bünzli, der mit seinem Team der Lilin Architekten Sia GmbH aus Zürich den Zuschlag gegen mehr als 80 Mitbewerber erhalten hat. Denn das Quartier am südlichen Rand von Matzingen heisst Ziegelhütte und soll mit einem neuen Werkhof für 1,8 bis 2 Millionen Franken aufgewertet werden.

Am Montag sind das Siegerprojekt sowie weitere elf architektonische Eingaben im Untergeschoss des Mehrzweckgebäudes vorgestellt worden. «Wir befinden uns aus symbolischem Grund im Keller», sagt Gemeindepräsident Walter Hugentobler. Matzingen erlebe einen Boom, und dasselbe benötige es auch für die Infrastruktur. Deshalb befindet sich das Mehrzweckgebäude aktuell im Umbau, das momentan noch der Arbeitsplatz der Werkhofmitarbeiter ist (siehe Kasten). Geht es nach den Plänen des Gemeinderats, sollen die Stimmbürger mittels baldiger Botschaft bereits im Herbst über den Kredit für den neuen Werkhof abstimmen können. «Wir brauchen für die nächsten Jahre endlich einen neuen Werkhof, der nicht mehr improvisiert ist», ergänzt Hugentobler, ehe er das Wort Bauplaner Hanspeter Woodtli übergibt.

Zwölf Ideen in der engeren Juryauswahl

In einem anonymen Projektwettbewerb haben insgesamt über 80 Architekturbüros ihre Bewerbungen eingereicht. «Zwölf haben es am Ende in die engere Auswahl geschafft», sagt Woodtli, der sich mit allen Vorschlägen zufrieden zeigte. Die siebenköpfige Jury entschied sich schliesslich für das Projekt «tsiagalhüte», vor den Ideen «Rapid» und «Fontenay», bei welchen der Werkhof und die Entsorgungsstelle planerisch strikt getrennt waren.

Nicht so beim Siegerprojekt. «Für uns war die Verkehrsanschliessung das wichtige Kriterium», sagt Architekt Daniel Bünzli, auch im Namen seines Teams. So ist der Neubau sowohl von der Ruggenbühlstrasse als auch von der Hardstrasse her zugänglich. «Das Hauptgebäude ähnelt einem alten Thurgauer Bauernhaus mit einer Fassade hin zur St. Gallerstrasse», ergänzt Bünzli, was wiederum als visueller Eingang zum Dorfkern Matzingens diene. An der Grenze des total rund 2500 Quadratmeter grossen Areals der ehemaligen Liegenschaft Schär hin zu den direkten Anwohnern soll ein grüner Gürtel entstehen und «nicht einfach durch eine Betonwand abgetrennt werden». Das Hauptgebäude enthält Fahrzeughallen, einen beheizten Bereich über zwei Etagen mit Büros, Nischen für Silos und Arbeitsgeräte, eine Entsorgungsstelle sowie eine Handvoll Parkplätze.

Sakrosankt sind die Pläne noch nicht, wie Hanspeter Woodtli sagt. «Der Projektwettbewerb ist der Startschuss, die Zusammenarbeit beginnt erst jetzt.» Das letzte Wort aber werden die Stimmbürger haben.