MATZINGEN: Erste Hilfe seit 1917

Rund 200 Besucher feierten am Samstag das hundertjährige Bestehen des Samaritervereins. Die Demonstrationen beim Feuerwehrdepot begeisterten das Publikum.

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Zum Glück nur Show: Eine Rettungssanitäterin kümmert sich um einen Verletzten, ein Polizist hilft ihr dabei. (Bild: Andreas Taverner)

Zum Glück nur Show: Eine Rettungssanitäterin kümmert sich um einen Verletzten, ein Polizist hilft ihr dabei. (Bild: Andreas Taverner)

Der heute 82-jährige Johann Müller trat 1958 dem Samariterverein Matzingen-Stettfurt bei. Mittlerweile ist er Ehrenpräsident und erinnerte sich: «Wir lernten vor rund 59 Jahren das Beatmen mit Bauchlage, Schulter anheben und Druck auf den Brustkorb ausüben.» Heute wäre das unvorstellbar. Rückenlage, Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung wären korrekt.

Wer sich für die 100-jährige Geschichte interessierte, fand im Obergeschoss des Feuerwehrdepots eine liebevoll eingerichtete Ausstellung über die vielen Jahre Samariterverein.

Der Inbegriff von Freiwilligenarbeit

«Mit Handy fotografieren statt den Notruf anrufen?» Diese Frage stellte Vereinspräsidentin Sabine Büchi den Anwesenden in ihrer Rede. Matzingens Gemeindepräsident Walter Hugentobler stellte zu den Samaritern fest: «Ihr verkörpert im allerbesten Sinn den Begriff der Freiwilligenarbeit.»

Derweil bereiteten sich Samariter, Feuerwehr, Polizei und der Rettungsdienst darauf vor, ­ ihr Können den Besuchern zu demonstrieren. Nach dem Mittag fuhr erst die Polizei, kurz danach die Feuerwehr mit Blaulicht und Sirene beim Feuerwehrdepot vor. Von den Samaritern wurden ein Patient, der einen Autounfall hatte und dann mit Herzproblemen kämpfte, sowie eine verwirrte Person professionell betreut – und zwar so lange, bis der Rettungsdienst die medizinische Versorgung übernahm. Am Ende wurde die Vorführung mit viel Applaus verdankt. Eine Familie meinte zum Anlass: «Perfekt organisiert und dekoriert. Für die Kinder wurde sogar ein Spielplatz eingerichtet. Super!»

Andreas Taverner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch