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MATZINGEN: Ein Stück Kriegsgeschichte

Im Ortsmuseum widmet sich eine Sonderausstellung «Internierten Polen während des Zweiten Weltkriegs». Roman Polachowski, ein Sohn eines polnischen Gefangenen, erinnert sich.
Peter Mesmer
Die Familiengeschichte von Roman Polachowski ist eng mit den in Matzingen internierten Polen verknüpft. (Bild: PD)

Die Familiengeschichte von Roman Polachowski ist eng mit den in Matzingen internierten Polen verknüpft. (Bild: PD)

Peter Mesmer

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Am Anfang war der Zweite Weltkrieg. Roman «Polack» Polachowski ist Sohn eines damals in Matzingen internierten polnischen Soldaten. Der Aadorfer, 1948 geboren, hat in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stiftung Ortsmuseum Matzingen eine Sonderausstellung zum Thema «Polen in Matzingen» zusammengestellt.

Viele der zur Schau gestellten Exponate stammen aus Polachowskis Privatsammlung. Die Polen-Ausstellung stiess auf grosses Interesse. Fast alle der von Stiftungspräsident Elmar Bissegger oder Roman Polachowski durchgeführten Führungen waren gut besucht. Zudem nutzen verschiedene Gruppen, viele davon mit Nachkommen der ehemals Internierten, die Gelegenheit, um einen vertieften Einblick in die spannende Geschichte der Polen in Matzingen zu erhalten. Am Ostersonntag, 1. April, ist die Sonderausstellung von 14 bis 17 Uhr zum letzten Mal geöffnet. Sonderführungen sind auf Voranmeldung ebenfalls noch bis Ende März möglich.

13000 Polen über die ganze Schweiz verteilt

Mit dem Angriffsbefehl Hitlers auf Polen begann am frühen Morgen des 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Trotz tapferer Gegenwehr war Polens Armee schon nach zwei Wochen geschlagen, und innert Monatsfrist musste Warschau kapitulieren. Mit einem so schnellen Sieg hatten nicht einmal Hitlers Generäle gerechnet. Nach der Niederlage brachen viele polnische Armeeangehörige nach Frankreich auf, wo eine neue polnische Armee im Entstehen war. Die Besetzung von Paris durch die deutsche Wehrmacht besiegelte am 14. Juni 1940 dann aber auch die Niederlage Frankreichs. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni 1940 flüchteten über 50000 französische Soldaten in die Schweiz und wurden sogleich interniert. Darunter befanden sich gegen 13000 polnische Armeeangehörige, die ab dem Jahr 1941 über die ganze Schweiz verteilt wurden.

Und so trafen vor 77 Jahren, im Februar 1941, auch in Matzingen 245 Angehörige der Zweiten polnischen Schützendivision ein. Das war eine riesige Herausforderung, für die damals gerade mal 915 Einwohner zählende kleine Gemeinde vor den Toren der Thurgauer Kantonshauptstadt. Eigens zur Unterbringung der Internierten hatte man in der Chalberweid und Hardwis sogenannte «Polenbaracken» erstellt.

Roman Polachowski ist es ein grosses Anliegen, das die Erinnerungen an diese für alle Beteiligten nicht immer einfachen Zeiten lebendig bleiben. Dass er dabei auf die Unterstützung der Stiftung Ortsmuseum Matzingen, insbesondere von Stiftungspräsident Elmar Bissegger, zählen darf, erfüllt ihn mit tiefer Dankbarkeit. Er sagt dazu: «Es war mir seit Jahren ein Herzensanliegen, eine solche Ausstellung auf die Beine zu stellen. Denn für mich ist es nicht nur die Geschichte der internierten Polen, nein, für mich ist es meine eigene Familiengeschichte.»

Hinweis

Die Ausstellung kann noch bis am Ostermontag, 1. April, besucht werden. Weitere Infos unter:

www.ortsmuseum-matzingen.ch

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