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MATZINGEN: Berliner bremsen Bleifüsse

Der Gemeinderat will den Verkehr in den Tempo-30-Zonen beruhigen. Dafür budgetiert er einen fünfstelligen Betrag. Eine Versuchsphase mit Rampen aus Gummi, sogenannten Berliner Kissen, war erfolgreich.
Rahel Haag
Die Berliner Kissen an der alten Poststrasse haben sich während der Versuchsphase bewährt. (Bild: Andrea Stalder (23. Mai 2017))

Die Berliner Kissen an der alten Poststrasse haben sich während der Versuchsphase bewährt. (Bild: Andrea Stalder (23. Mai 2017))

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

Viele Anwohner sehen rot. Immer wieder und immer öfter beschweren sie sich bei der Gemeindekanzlei über Autofahrer, die mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Tempo-30-Zonen in den Quartieren fahren. Der Gemeinderat hat deshalb im vergangenen Jahr im Rahmen einer Versuchsphase drei sogenannte Berliner Kissen montiert. Die Rampen aus Gummi sind fünf Meter lang, drei Meter breit und sollen die Autofahrer auf die Bremse treten lassen. Schauplatz waren die alte Poststrasse sowie die Kirchstrasse.

Die Bilanz fällt nach rund sechs Monaten positiv aus. «Wir sind zufrieden mit den Ergebnissen», sagt Hanspeter Krähenbühl, Ressortleiter Tiefbau und Verkehr im Matzinger Gemeinderat. Messungen haben ergeben, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit um acht Kilometer pro Stunde auf 34 Kilometer pro Stunde gesenkt werden konnte. Im November wurden die Kissen wieder abgeräumt, um den Winterdienst nicht zu behindern. «Hätten wir gewusst, dass es keinen Schnee gibt, hätten wir sie stehen lassen», sagt er.

Definitive Montage kostet pro Kissen 3000 Franken

Ob die Berliner Kissen definitiv montiert werden, ist derzeit noch nicht klar. Aktuell würden die Tempo-30-Zonen überprüft. «Die Bereiche um Schulhäuser werden prioritär behandelt», sagt Krähenbühl. Klar sei aber, dass etwas gemacht werden müsse. «Die Quartierstrassen müssen für den Durchgangsverkehr unattraktiver werden», sagt er, «um zu verhindern, dass sie als Abkürzungen missbraucht werden.» Die Berliner Kissen seien am wirkungsvollsten und dazu noch günstig. Die Montage eines Kissens kostet rund 3000 Franken. Pro 100 Meter Strasse wäre ein Kissen nötig. «Bei einer Strasse von rund 500 Metern Länge würden die Kosten rund 20 000 Franken betragen.» Andere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung, beispielsweise ein Ausbau bei dem Bäume gepflanzt werden, seien deutlich teurer. «Diese Lösung würde für denselben Strassenabschnitt rund 100000 Franken kosten», sagt Krähenbühl. Für das aktuelle Jahr habe der Gemeinderat für die Verkehrssicherheit einen fünfstelligen Betrag budgetiert. «Das Budget kommt Ende Monat an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung.»

Ein konkretes Projekt sei noch nicht vorhanden. Anstelle von Berliner Kissen könnte sich der Gemeinderat auch durchgehende Schwellen vorstellen. Die Berliner Kissen seien klein, wodurch die Gefahr bestehe, dass sie umfahren werden könnten. «Wir werden die Optionen in den kommenden zwei Monaten im Gemeinderat diskutieren und uns von einem Ingenieurbüro beraten lassen», sagt Krähenbühl. Im Sommer soll es zudem eine weitere Versuchsphase geben.

Bauern sind gar nicht begeistert von den Kissen

Von den Anwohnern habe es bezüglich der Berliner Kissen viele positive Rückmeldungen gegeben. «Für sie handelt es sich um ein brennendes Thema und das nehmen wir ernst», sagt Krähenbühl. Ganz und gar nicht begeistert von den Berliner Kissen sind dagegen die Bauern. «Weil ihre Traktoren nicht gefedert sind.»

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