Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MATURA: Freie Schulwahl gilt nicht überall

Kanti Frauenfeld oder Wil? Diese Frage stellt sich für Schüler aus dem Hinterthurgau. Vom Kanton ­Thurgau vorgenommene Zuteilungen sorgten in der Vergangenheit für Kritik. Ein neues Reglement soll helfen.
Gianni Amstutz
Dank einer Vereinbarung zwischen den Kantonen können Hinterthurgauer Schüler auf Wunsch die Kanti Wil besuchen. (Bild: Nana do Carmo)

Dank einer Vereinbarung zwischen den Kantonen können Hinterthurgauer Schüler auf Wunsch die Kanti Wil besuchen. (Bild: Nana do Carmo)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Jeder vierte bis fünfte Schüler an der Kanti Wil kommt aus dem Thurgau. Dies ist möglich, weil sich der Kanton Thurgau mit rund 9,3 Millionen Franken am Bau der Mittelschule in Wil beteiligt hatte. Zudem leistet der Thurgau pro Schüler Betriebskostenbeiträge. Obwohl nach St. Gallischem Recht geführt, steht die Kanti Wil deshalb auch für Thurgauer Schüler offen. Die Regelung betrifft vor allem Hinterthurgauer Schüler. Sie können sich entscheiden, ob sie die Kanti in Wil oder in Frauenfeld besuchen wollen.

Entgegen dem Wunsch an die Kanti Frauenfeld

In den vergangenen Jahren erforderten es die Klassenbestände jedoch immer wieder, dass das Amt für Mittel- und Hochschulen (AMH) des Kantons Thurgau Schüler, entgegen deren Wunsch, an die Kantonsschule Frauenfeld einteilen musste. «Diese angeordneten Zuteilungen stiessen wiederholt auf Kritik», sagt Harry Wolf, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AMH. Sowohl Eltern wie auch Politiker zeigten ihr Unverständnis über diese Praxis. Nun hat das Departement für Erziehung und Kultur (DEK) reagiert. Es hat die Zuteilungsregelung revidiert und präzisiert. Dazu hat sie die Ortschaften, deren Schüler grundsätzlich entweder die Kanti in Wil oder in Frauenfeld besuchen können, in zwei Kategorien unterteilt.

Schüler, die aus einer Ortschaft der ersten Liste (siehe Kasten) kommen, haben ein Anrecht, die Kanti Wil zu besuchen. Wenn sie diesen Wunsch beim Aufnahmeverfahren angeben, werden sie vom AMH nicht der Kanti Frauenfeld zugeteilt. Anders verhält es sich mit den Schülerinnen und Schülern aus den Ortschaften auf der zweiten Liste. Auch sie haben die Möglichkeit, sich für die Kanti Wil anzumelden. «Grundsätzlich gilt die freie Schulwahl», sagt Harry Wolf. Schüler, die beispielsweise aus Münchwilen, Affeltrangen oder Wängi kommen, müssten sich jedoch bewusst sein, dass sie vom AMH weiterhin, entgegen ihrem Wunsch, der Kantonsschule Frauenfeld zugeteilt werden könnten. Dieser Entscheid ist nicht anfechtbar.

Angemessene Klassengrösse als Ziel

Bei dieser Massnahme gehe es nicht darum, dass die Kanti Frauenfeld einen Mangel an Schülern zu beklagen habe, den es auszugleichen gelte, betont Wolf. Das Ziel seien angemessene Klassengrössen. Bei 30 Schülern in Frauenfeld gäbe es zwei Klassen mit je 15 Personen, rechnet Wolf ein fiktives Beispiel vor. Eine solche Anzahl wäre nicht sinnvoll. Deshalb würden in solchen Fällen einige Thurgauer Schüler, die sich für die Aufnahme an der Kanti Wil angemeldet hätten, der Kanti Frauenfeld zugeteilt, sagt Wolf.

Welche Schüler das sind, werde im Einzelfall bestimmt und hänge von verschiedenen Faktoren ab. Sei ein Gesuch gut begründet, gehe das AMH darauf ein. Mit dem revidierten Zuteilungsreglement hoffe man, in dieser Frage bei den Eltern, Schülern und Politikern Klarheit zu schaffen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.