Mathe, Mathe und dann Deutsch

BERG. Nachhilfeunterricht hat Hochkonjunktur, da die staatlichen Schulen die Nachfrage nach individueller Förderung nicht decken können. Die Nachhilfe-Privatschule Impuls hat dieses Jahr im Thurgau den vierten Standort eröffnet.

Margrith Pfister-Kübler
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Viele Eltern sind bereit, viel Geld in die Bildung ihrer Kinder zu investieren. «Die Nachfrage nach individueller Förderung steigt kontinuierlich», sagt Christian Frischknecht, Leiter der Impuls Nachhilfezentrum Ostschweiz GmbH. «Vor zehn Jahren war mehrheitlich Gruppenunterricht mit maximal fünf Teilnehmern gefragt. Heute wird zu 90 Prozent Einzelunterricht gebucht.»

Auf Schweiz umgestellt

Bis Ende des letzten Schuljahres wurde die Nachhilfe unter der deutschen Marke Studienkreis gefahren. Weil das deutsche Schulsystem nicht dem schweizerischen entspricht, wurde schon seit längerem auf die hiesigen Bedürfnisse umgestellt. Konsequenterweise haben sich Frischknecht und die zweite Geschäftsführerin Claudia Nüssli vom Studienkreis abgelöst und den Namen gewechselt.

Unterrichtet wird, was gefragt ist, da liegt auch Altgriechisch bis Latein drin. «Die Leute wollen ein individuelles Programm oder auch eine Förderung in mehr als nur einem Fach. Sie wollen den Finger genau da draufhalten, wo's nötig ist und deshalb wird der Einzelunterricht zunehmend zum Standard.» Mathematik steht an oberster Stelle, gefolgt von Deutsch.

«Wenn die Noten in Mathematik schlecht sind, haut der Vater am schnellsten mit der Faust auf den Tisch», sagt Frischknecht, selbst Vater von drei Kindern. Deutsch ist speziell bei Schülern aus anderssprachigen Elternhäusern gefragt.

Die Nachfrage nach Französischunterricht weist im Kanton Thurgau eine Besonderheit auf. «Kinder deutscher Zugezogener belegen Französisch, weil sie im Vergleich zu ihren gleichaltrigen Schulkameraden in der Schweiz einen Rückstand aufweisen.»

Ältere Schüler

Vor zehn Jahren suchten vor allem Primar- und Oberstufenschüler Nachhilfe. Nun sind die Nachhilfeschüler älter geworden. Den grössten Bedarf haben Kantons- und Fachmittelschüler sowie Absolventen von berufsbildenden Schulen. Gewachsen und viel komplexer sind heute die Anforderungen an den Berufsschulen.

«Wir profitieren von diesen gestiegenen Anforderungen und auch davon, dass individuelle Zusatzförderungen an manchen öffentlichen Schulen fehlen oder gestrichen werden», sagt Frischknecht. «Die Kantone sparen.»