Maschinenbranche tut sich schwer mit Lehrlingssuche

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Romanshorn 73 Unternehmen, die rund 5000 Arbeitsplätze anbieten, gehören zu Swissmechanic Thurgau. Die Zahl der Verbandsmitglieder hat sich im Gegensatz zum gesamtschweizerischen Trend gehalten.

Die Organisation der Maschinen-, Elektro- und Metallbranche hat an ihrer jüngsten Generalversammlung beschlossen, ihre Beitragsstruktur zu vereinfachen. Der Spezialbeitrag für das Aus­bildungszentrum in Weinfelden wurde dank ansprechender Finanzlage aufgehoben, der Verbandsbeitrag neu gestaffelt. Die Swissmechanic Thurgau hofft, damit weiterhin attraktiv zu bleiben als Verband, der sich für die Arbeitgeber, aber auch für die Ausbildung und den Berufsnachwuchs einsetzt.

Auf Zuspruch stossen die Swissmechanic-Treffs. Sie werden zwecks Erfahrungsaustauschs unter den Mitgliedfirmen jeweils bei einer gastgebenden Unternehmung aus der Branche durchgeführt. Vier solcher Treffs sind 2017 geplant. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Berufsmarketing. Dafür bieten die jährliche Thurgauer Berufsmesse sowie diverse Initiativen von Verbänden und Bildungsorganisationen gute Plattformen.

Gute Lehrlinge zu finden, werde für viele KMU-Betriebe immer schwieriger, berichtete Jack Frei, Co-Präsident und zuständig für sektionale Belange, aus dem Mitgliederkreis. Ein Team von Swissmechanic suche deshalb immer wieder nach ­neuen Lösungen, um jungen Menschen die Freude an mechanisch-technischen Berufen zu vermitteln. Darüber hinaus sei festzustellen, dass vor allem Industriebetriebe immer weniger in der Lage seien, Lehrabgänger zu guten Fachleuten weiterzubilden. Diese Lehrabgänger ohne praktische Erfahrung suchten dann rasch eine Weiterbildung oder seien manchmal über Monate auf Stellensuche. «Wir dürfen die jungen Fachkräfte nicht wegen zu wenig Erfahrung oder hohen Lohnkosten in die Hände der Dienstleistungsbranche treiben», sagte Frei. Er rief die Swissmechanic-Mitgliedfirmen dazu auf, sich die Mühe zu nehmen, Lehrabgänger zu fordern und zu fördern, damit sie Erfahrungen sammeln könnten.

Nicht verunsichern lassen dürften sich die Mitgliedfirmen und deren Exponenten von den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen sowie von der bevorstehenden digitalen Revolution, die sich im Zeichen der «Industrie 4.0» ankündige. «Lassen wir uns nicht vom Medienstrom beirren», plädierte Frei. «Suchen wir nach Nischen, die uns zum Erfolg verhelfen, sehen wir wieder mehr Chancen als Risiken, und geben wir uns nicht mit ‹gut› zufrieden, denn Exzellenz ist zwingend.» (msi)