Mani Matter und Berner Platte

Die Abendunterhaltung des Männerchors Schlatt im Gemeindesaal am Freitag und Samstag stand unter dem Motto «Alles us dä Schwiiz». Das galt nicht nur für das Liedgut, sondern auch für das Fünf-Gang-Menu, das es zum Gesang zu geniessen gab.

Dieter Ritter
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Drei Talerschwinger begleiten die Alphornbläser Maja Moser und Martin Baumann. (Bild: Dieter Ritter)

Drei Talerschwinger begleiten die Alphornbläser Maja Moser und Martin Baumann. (Bild: Dieter Ritter)

SCHLATT. Der Chor sang ausschliesslich Schweizer Lieder, es traten Alphorn-Bläser auf und typisch schweizerisch war auch das Menu, unter anderem mit Capuns und Berner Platte. Das war, kurz gefasst, der Unterhaltungsabend des Männerchors Schlatt am vergangenen Samstag. Kornelia Scherer-Chrobog dirigierte den Chor, am Klavier begleitete Marielle Haag-Studer. Küchenchefin war Ruth Brunner aus Basadingen, Partyservice-Unternehmerin. Berufskoch Rocco Stanke unterstützte sie. Die Achtertische mit total 104 Plätzen waren an beiden Abenden ausverkauft.

Paola und Torriani

Das Konzert und ein Fünfgang-Menu gingen nahtlos ineinander über. Nach drei ersten Liedern aus der Ostschweiz («Nachts» von Paul Huber, «Blue Bayou», Paola, und Dorma Bain aus dem Bündnerland) wurde eine Minestrone serviert. Diese italienische Spezialität war Überleitung zu zwei Liedern aus dem Tessin. Der Chor sang «La Pastorella», ein gefühlvolles Lied von Vico Torriani über eine Schäferin, und «Quattro Cavai», was in Tessiner Mundart vier Pferde bedeutet. Nach dem nächsten Gang, Bündner Capuns, ging die musikalische Reise ins Bernbiet mit einem lustigen Lied von Mani Matter. Es handelt von einem Künstler, der eine Kuh malen wollte. Statt der Kuh blieb aber nur ein weisser Fleck auf der Leinwand, da die Kuh vor Vollendung des Meisterwerkes davonlief. Nach drei weiteren Liedern wurde eine Berner Platte serviert. Es folgte das Munotglöcklein und das Thurgauer Lied. Maja Moser begleitete mit ihrem Alphorn das Stück «Swiss Lady» von Pepe Lienhard. Markus Hohl, Präsident des Männerchors, dankte ihr dafür, dass sie den Mut aufbrachte, die sehr schwierigen Soli zu diesem Lied zu spielen.

Vor jedem Konzertblock unterhielten Chormitglieder mit einem Sketch, zum Beispiel über Verständigungsprobleme. Ein Italiener warnt einen Kollegen «come stai». Dieser versteht «Wie geht es Dir?». Gemeint war aber «Es kommt ein Stein», und schon hagelte es Ziegelsteine.

Neuer Text zur Nationalhymne

Ein Apfelsorbet war Auftakt zum letzten Konzertblock mit der Schweizer Landeshymne. Statt dem Schweizer Psalm sang der Chor die erste Strophe des neuen Textes «Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund. Vielfalt, Unabhängigkeit, Frieden». Dieser Text wurde in einer Internetabstimmung im letzten Jahr aus 200 Beiträgen ausgewählt», erklärte Hohl. Die Strophen zwei und drei sind in französischer und italienischer Sprache.

Das Alphornduo Maja Moser und Martin Baumann schlossen mit zwei kurzen Stücken das Konzert ab. Den Schlusspunkt unter das Fünf-Gang-Menu setzte ein Käseteller.