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Man kann nicht nicht kommunizieren

Thursicht
Samuel Koch

Früher war alles besser. Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren. Und damals, als der Fränkler noch 50 Rappen kostete – Schwachsinn! Jede Ära hat ihre goldenen Zeiten mit ihren glorreichen Errungenschaften.

Nur: Ein Wissenschaftler wusste schon früher, wie Kommunikation funktioniert. «Man kann nicht nicht kommunizieren», lautet nur eine von mehreren Maximen von Paul Watzlawick. Zwar geht es bei der ursprünglichen Semantik Watzlawicks um nonverbale Kommunikation. Das hindert den Kolumnisten aber nicht daran, das Spektrum für Nicht-Kommunikatoren zu öffnen. Und siehe da, plötzlich tauchen jüngste Beispiele auf.

Da stossen Geologen in Schlattingen auf Erdölvorkommen, die entgegen aller Annahmen nicht aus der Wärmepumpe eines Gemüsebetriebs stammen und eine Ölverschmutzung nie da gewesenen Ausmasses verursachen. Obwohl die kantonalen Behörden längst Bescheid wussten, hielten sie die Infos dazu unter Verschluss. – Da verreist ein Frauenfelder Stadtrat mehrere Wochen in die Ferien und fehlt an der wichtigsten Sitzung des Jahres zum städtischen Budget, die Verwaltung hielt die Infos dazu unter Verschluss. – Da endet innert weniger Stunden eine Handvoll Arbeitsverhältnisse im Landi-Laden der Genossenschaft Matzingen, die Geschäftsleitung hielt die Infos dazu unter Verschluss.

Da braucht der neutrale Beobachter – in diesen Fällen der Journalist – kein Wissenschaftler zu sein, um den Missstand zu entdecken. Paul Watzlawick hätte sich wohl im Grab umgedreht, hätte er von diesen kommunikationstechnischen Fauxpas erfahren. Fragen über Fragen zum Unterthurgauer Erdöl. Spekulationen über den Frauenfelder Stadtrat hüben wie drüben. Nachhakende Journalisten, welche in detektivischer Akribie die Wahrheit über den Eklat in der Landi Matzingen herausfinden wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass Nicht-Kommunikatoren über ihre eigenen Füsse stolpern.

Zugegeben: Wie US-Präsident Donald Trump beweist, existiert auch das andere Extreme auf der Skala der Kommunikationshäufigkeit. Ja, vor dem Bezirksgericht Münchwilen ist ein Radar-Warner wegen zu häufiger Kommunikation gar strafrechtlich verurteilt worden. Watzlawicks glorreiches Axiom würde auch bei diesen zwei Beispielen zum Tragen kommen. Klar, denn die Lösung heisst: Früher war alles besser!

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Samuel Koch

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