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MAMMERN: Musikfestival schwimmt sich frei

Das Musical «Seegfrörni» wurde Ende August uraufgeführt. Intendant David Lang hat dabei den Sprung von der klassischen Musik zur leichten Muse gewagt. Ist er gelungen?
Gudrun Enders
Eine Szene aus dem Musical «Seegfrörni»: Im See treffen sich die Bürgermeisterkinder und verlieben sich. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Szene aus dem Musical «Seegfrörni»: Im See treffen sich die Bürgermeisterkinder und verlieben sich. (Bild: Andrea Stalder)

MAMMERN. Die «Mammern Classics» haben sich gewandelt. David Lang initiierte 2008 einen Meisterkurs für Dirigenten in Mammern, aus dem sich ein Festival für klassische Musik entwickelte, getragen von Philharmonikern aus Lugansk. Doch das Orchester löste sich bedingt durch die Krim-Krise auf. Deshalb wandelte sich das Musikfestival ein weiteres Mal: Intendant David Lang komponierte dafür erstmals ein Musical.

Wie fällt das Fazit aus?

Wir sind sehr, sehr zufrieden, dass über 3000 Zuschauer gekommen sind. Wir hatten 75 Prozent Auslastung. Die Rückmeldungen zeigen: Unsere Zuschauer hatten viel Freude und Spass. Von der Organisation, Infrastruktur und Gastronomie her sind wir ebenfalls sehr zufrieden. Wir haben den Anlass schon zum dritten Mal organisiert, und jeder Ressortverantwortliche ist inzwischen ein Fachmann. Für den künstlerischen Teil habe ich sehr viele gute Rückmeldungen erhalten für. Das hat mich sehr gefreut. Das motiviert mich.

Kam das Musical besser an als klassische Musik?

Wir sprechen mit einem Musical eine breite Bevölkerungsschicht an. Die klassischen Konzerte habe ich sehr gerne gehabt. Doch nur ein kleiner Prozentsatz hört Klassik. In Mammern haben wir zudem ein beschränktes Einzugsgebiet. Insofern ist ein Musical dort in meinen Augen die vielversprechendere Variante.

Hat sich der Erfolg finanziell niedergeschlagen? Immerhin belief sich das Budget auf 400 000 Franken.

Die Schlussrechnung liegt noch nicht vor. Wir haben kein Defizit gemacht und müssen nicht an die Reserven. Das ist extrem wichtig. Wir haben gemerkt, dass so eine Produktion aufwendig ist, und sind extrem froh, auch fürs nächste Mal ein Polster zu haben. Wir dürfen etwas riskieren und kommen im schlimmsten Fall mit einem blauen Auge davon.

Gibt es eine schwarze Null?

Ich denke, es wird ein bisschen mehr.

Was liegt auf der hohen Kante?

Ich weiss es nicht genau. Einen richtigen Flop könnten wir jedenfalls nicht abfangen.

Es traten professionelle Musicaldarsteller auf, aber ohne Doppelbesetzung. Ging das?

Aus meiner Sicht hat das ausgereicht. Ich bin sehr zufrieden mit den Darstellern. Auf eine Doppelbesetzung zu verzichten, birgt ein gewisses Risiko. Aber in unserem Rahmen ist eine Doppelbesetzung nicht realistisch, was die Kosten und auch den Zeitaufwand angeht.

Die Darsteller wurden aus der Ferne per Skype gecastet.

Ich habe bewusst darauf geachtet, wie die Darsteller sind. Man merkt schnell, ob jemand in dem Projekt aufgeht. Wer zu professionell und distanziert herangegangen wäre, wäre nicht richtig gewesen. Unsere Darsteller haben gesehen, wie viele Freiwillige auf dem Platz waren.

Wird es ein neues Musical von David Lang geben?

Es ist mein Wunsch. Ich bin ziemlich sicher, dass das der Fall sein wird im 2019. Ich werde Musik und Geschichte selber schreiben.

Haben bewährte Stützen wie Bauchef Hansueli Weibel wieder zugesagt?

Sie haben zugesagt. Wenn es die Gesundheit zulässt, sind sie alle wieder dabei.

Gibt es schon besondere Pläne für das nächste Mal?

Was für 2019 extrem wichtig ist, ist eine einwandfreie Akustik. An der Premiere hatten wir dieses Mal noch Rückkopplungen, was in einem Zirkuszelt passieren kann. Ich war kürzlich in Berlin an der Verleihung des Musicalpreises. Das ist dort auch passiert. Die Beschaffenheit eines Zirkuszelts verursacht das noch schnell. Da können wir uns verbessern. Aber wir wollen auch an dem Zirkuszelt mit seinem starken Ambiente festhalten.

Hat David Lang in Berlin einen Musicalpreis eingeheimst?

Nein, gar nicht. Wir haben unser Projekt erst für das nächste Jahr eingeben können. Da ist das Datum der Premiere entscheidend.

Es ist ein sehr grosser Aufwand, ein Musical auf die Bühne zu bringen. Kommt «Seegfrörni» noch auf einer anderen Bühne?

Nein, bislang nicht. Wenn aber jemand kommt und möchte es aufführen, dann wären wir sehr interessiert.

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