MAMMERN: Gold und Silber für den Alleskönner

Der Pferdezüchter und Landwirt Markus Albrecht holte sich mit seinem Pferd Kóngur an der Weltmeisterschaft der Islandpferde in Holland gleich zwei Medaillen. Doch Kóngur ist mehr als nur ein Sportpferd.

Désirée Wenger
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Auf seinem Hof Weierholz züchtet Landwirt Markus Albrecht Islandpferde, welche viel Auslauf und Herdenhaltung geniessen. «Mein Pferd Kóngur hat einen guten Charakter, ist physisch kräftig und hat einen starken Willen.» Mit diesem Mix gewann das 15-jährige Pferd gleich zwei Medaillen an der WM der Islandpferde in Holland. Dort werden Disziplinen getestet, die auf die speziellen Gangarten Tölt und Rennpass der Isländer ausgerichtet sind. «Kóngur ist nicht nur ein Sportpferd, sondern macht auch als Freizeitpferd Spass im Gelände», sagt Markus Albrecht. Das Team holte Gold im Pace Race über 250 Meter und Silber im Speedpass.

«Das Pace Race gilt als Königsdisziplin, weil man aus einer Startbox startet», erklärt Albrecht. Dies sei schwieriger als Speedpass, wo man Anlauf holen könne und nur 100 Meter im Rennpass gewertet werden. Allerdings sei es auch hier schwierig zu gewinnen, weil jedes schnelle Pferd einen guten Moment haben könne.

Albrecht reitet seit 30 Jahren, hat mit Isländern angefangen und nie etwas anderes geritten. Er trainiert Kóngur seit sechs Jahren. Fünf- bis siebenmal in der Woche reitet er mit ihm im Gelände oder trainiert ihn als Handpferd. Beim Handpferdereiten wird Kóngur nur neben einem Reitpferd mitgeführt, er hat also keinen Reiter auf dem Rücken. «Auch andere Saisonturniere waren eine gute Vorbereitung für die WM», sagt Albrecht. Für Turniere muss er meist nach Deutschland reisen, da es in der Schweiz bisher nur eine gute Passbahn im Toggenburg gibt.

Weltrekord aufgestellt

«Kóngur wurde im Vorfeld als Favorit gehandelt, da hat er bereits aussergewöhnliche Leistungen gezeigt, und 2014 besassen wir für mehr als ein Jahr den Weltrekord mit 21.59 Sekunden», sagt Albrecht. Dementsprechend sei der Druck hoch gewesen. «Ich habe allerdings ziemlich gute Nerven.» Er freue sich sehr über den Sieg und darüber, die Erwartungen von Fans, Freunden und Familie erfüllt zu haben. Letztere teilt Albrechts Leidenschaft für Islandpferde und unterstützt ihn tatkräftig.

Seine Frau und Kinder reiten ebenfalls. «Uns faszinieren Isländer, weil sie nicht nur Sport-, sondern auch Freizeitpferde sind. Oftmals können Turnierpferde nach ihrer Sportkarriere noch lange in der Freizeit geritten werden und viel Spass bereiten. Sie sind Alleskönner.» Dies sei auch sein Zuchtziel: Islandpferde züchten, die im Sport und in der Freizeit eingesetzt werden.

Désirée Wenger

desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch