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MAMMERN: Ein Dorf will selbstständig bleiben

Die Podiumsdiskussion der Gemeinde thematisierte die Zukunft. Auch weil zu den Wahlen 2019 Gemeindepräsident Hansjörg Lang und die Gemeinderäte Ueli Meier und Christian Günter nicht mehr antreten.
Margrith Pfister-Kübler
Die Podiumsdiskussion der Gemeinde Mammern füllte die Mehrzweckhalle fast bis auf den letzten Platz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die Podiumsdiskussion der Gemeinde Mammern füllte die Mehrzweckhalle fast bis auf den letzten Platz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Energiegeladen und lebendig war die Stimmung am Freitagabend an der Podiumsdiskussion zum Thema Zukunft der Gemeinde Mammern – ein Anlass im Rahmen des 25-Jahr-Jubiläums. Die Halle war beinahe voll besetzt.

Wo wollen wir hin? Moderator und Kantonsrat Ueli Oswald aus Berlingen hatte viele Fragen und politische Erfahrung im Gepäck. «Ein Vierteljahrhundert Mammern, noch eine junge Gemeinde», sagte Ueli Oswald und verglich Mammern mit Berlingen; auch dort ist die Schule in die politische Gemeinde integriert. Mammern zählt derzeit 648 Einwohner. Das unternehmerische Herz ist die Klinik Schloss Mammern.

Moderator Oswald stellte die Podiumsteilnehmer vor: Gemeindepräsident, ein Vierteljahrhundert FDP-Kantonsrat und Landarzt Hansjörg Lang, Gemeinderätin und Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel, Gemeinderat und Bauunternehmer Ueli Meier, Erika Siegwart, die in Lengwil auf der Gemeindeverwaltung tätig ist, Bootsbauer Dominik Schenk, Schenk Yachtbau AG, und Engelbert Dähler, Geschäftsleitung Volg AG Winterthur und Vizepräsident der Kirchgemeinde Untersee-Rhein.

Mit Ausnahme von Dominik Schenk, der als Kind als «Ferienhüsler» in Mammern Wurzeln fasste, alles Traditions-Mammerner. Und alle sind sie mächtig stolz auf Eigenständigkeit der Gemeinde Mammern. «Finanziell stehen wir gut da. Im Herbst können wir über eine Steuerfussreduktion reden», sagte Hansjörg Lang.

Es war im Jahr 1968, als die neue Kantonsverfassung es ermöglichte, dass sich Mammern von Steckborn lösen konnte. «Das war eine ganz breite Bewegung mit vielen Mitstreitern», erinnerte sich Lang. Der frühere Gemeindepräsident Emil Meier präzisierte: «Auch mit Hilfe der Klinik, denn ohne Klinik gäbe es die Eigenständigkeit nicht.»

Rückzonung von Bauland «mit Gefühl»

«Lieber etwas outsourcen», sagte Engelbert Dähler. Zusammenarbeit mit Eschenz oder Steckborn bei einzelnen Themen, das liege drin. Am Beispiel der Rückzonung von Bauland, aufgebrummt vom Kanton, sagte Gemeinderat Ueli Meier: «Wir versuchen es mit Gefühl für die Betroffenen zu meistern. Einer von aussen hat ja keine Ahnung vom Dorf.» Dominik Schenk sagte: «In Mammern fühle ich mich gut aufgehoben, ist halt eine funktionierende Gemeinde.» Oswald bohrte weiter, wie es mit Eschenz und Steckborn sei. Zusammenarbeit, ja, dort wo es nötig ist. Aber die Eigenständigkeit aufgeben, bei solchen Gedanken stellen sich den Mammernern die Haare, sie werden direkt stachelig. Lang: «Ich würde das Bauwesen nie aus dem Dorf weggeben. Steckborn hat es schon angeboten.» Als stets «bedenkenswert» stufte Monika Ribi Bichsel Zusammenarbeit ein. Die angekratzte Harmonie mit der Klinik wurde auch thematisiert: «Die Gespräche sind eingefroren», sagte Lang. Chefärztin Annemarie Fleisch Marx sagte dazu: «Die Stimmung ist nicht gut, aber dies kann sich ja wieder ändern.» Erika Siegwart sagte: «Unsere Väter haben es geschafft, dass wir eigenständig sind. Diese Werte müssen wir beibehalten.» Dafür erntete sie Applaus.

Der Abend war auch Plattform für die Wahlen 2019. Nicht mehr antreten werden Gemeindepräsident Hansjörg Lang, Gemeinderat Ueli Meier und Gemeinderat Christian Günter. Wer wird neuer Gemeindepräsident? Monika Ribi Bichsel überlegte: «Ich bin nicht abgeneigt.» Der Stein war ins Rollen gebracht.

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