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MAMMERN: «Das belastet den Gemeinderat»

Im Rahmen des neuen kantonalen Richtplans muss die Gemeinde 2,7 Hektaren Bauland auszonen. Der Gemeinderat hat über das geplante Vorgehen orientiert. Er will die Sache schnell hinter sich bringen.
Rahel Haag
Gemeindepräsident Hansjörg Lang, Marco Sacchetti, Generalsekretär DBU und Markus Nägeli, beratender Bauingenieur. (Bild: Rahel Haag)

Gemeindepräsident Hansjörg Lang, Marco Sacchetti, Generalsekretär DBU und Markus Nägeli, beratender Bauingenieur. (Bild: Rahel Haag)

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

«Grüezi Familie Zürcher», hiess es einst auf Plakaten. Damals wollte der Thurgau noch wachsen und Zuzüger anlocken. Man habe versucht, den Kanton vor Abwanderung zu bewahren, sagt Marco Sacchetti, Generalsekretär des Departements für Bau und Umwelt (DBU). «Doch diese Zeiten sind vorbei», fügt er an.

Der neue Richtplan des Kantons sieht vor, dass Mammern 2,7 Hektaren Bauland auszonen muss – als einzige Gemeinde im Kanton. In diesem Zusammenhang wurden am Mittwochabend die Stimmbürger über das geplante Vorgehen informiert. Das Thema bewegt. Rund 100 Personen kamen in die Mehrzweckhalle des Schulhauses.

Gemeindespezifische Auslastung ist zu gering

In seinem Referat erklärt Sacchetti das «komplexe System». Die Bauzonen Mammerns sind überdimensioniert. Dies ist dann der Fall, wenn der gemeindespezifische Auslastungswert bezogen auf den Zonenplanhorizont von 15 Jahren unter 85 Prozent beträgt. Besagter Wert hängt unter anderem mit der Einwohnerzahl zusammen. Hierzu zeigt Sacchetti eine Grafik. Sie belegt, dass Mammern als einzige Gemeinde im Kanton unter der definierten Grenze liegt. Zum Schluss sagte Sacchetti, dass die Details betreffend Auszonungen nun Sache der Gemeinde seien. «Sie darf aber auch gerne mehr Land auszonen.» Das brachte ihm einige müde Lacher ein.

Zeitweise machten Gemeindepräsident Hansjörg Lang und der beratende Bauingenieur Markus Nägeli lange Gesichter an diesem Abend. «Das Thema belastet den Gemeinderat», sagte Lang und auch, dass man das jetzt einfach durchziehen müsse. Für die Umsetzung der Massnahme bleibt der Gemeinde eine Frist von drei Jahren. Doch Hansjörg Lang machte klar, dass er den neuen Zonenplan bereits im kommenden Juni an der Gemeindeversammlung vorlegen will. «Wir wollen das so schnell wie möglich hinter uns bringen.»

In der Mehrzweckhalle wurde denn auch der vom Gemeinderat erarbeitete Vorschlag zur Reduzierung der Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (WMZ) um 2,7 Hektaren vorgestellt. Bereits im Jahr 2015 gab es erste Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Kanton. Ursprünglich hätte es Mammern noch schlimmer treffen sollen. «Zuerst sollten wir 3,5 Hektaren auszonen», sagt der beratende Bauingenieur Markus Nägeli. In dieser ersten Berechnung der gemeindespezifischen Auslastung sei allerdings die Seeuferwohnzone berücksichtigt worden. «Dort gibt es aber keinen einzigen Einwohner.» Der Grund dafür: In besagter Zone stehen nur Ferienhäuser. So gesehen habe man doch einige Vorteile herausholen können.

Unter anderem will die Gemeinde nun eigenes Land umzonen. Dementsprechend sollen unter anderem die Badi und der Werkhof umgezont werden. Ebenso die bestehenden sowie die geplanten Parkplätze der Klinik Schloss Mammern. Dadurch wäre das Land nicht mehr Teil der Bauzone. «Wir wollen aber nicht alles Land, das der Gemeinde gehört um- oder auszonen», hält Hansjörg Lang fest.

Auszonungen an der Peripherie statt im Zentrum

Anschliessend würden noch 1,44 Hektaren übrig bleiben. Davon sollen 1,14 Hektaren auf acht Parzellen, die im Besitz von privaten Grundeigentümern sind, aufgeteilt werden. Betroffen sind unter anderem vier Parzellen in der Seeuferwohnzone. Das Land soll anschliessend der Landwirtschaftszone zugeteilt werden. «Wir wollen möglichst nur Teilstücke auszonen», sagt Nägeli. Zudem sei so geplant worden, dass die Auszonungen Parzellen an der Peripherie und nicht im Zentrum betreffen. Alles in allem könnten auf diese Weise 2,4 Hektaren Land auszonen. Dementsprechend würde ein Rest von 0,3 Hektaren übrig bleiben. «Der Gemeinderat hofft, dass der Kanton diesen Vorschlag akzeptiert.» Darüber hinaus muss die Gemeinde ihre Richtplanflächen von 3,77 Hektaren um insgesamt 3,5 Hektaren reduzieren.

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