MAMMERN: Beim Entschleunigen richtig Gas geben

Elf Töffli-Bueben aus Tuttwil, Frauenfeld, Müllheim, Lommis, Wängi und Hörhausen nahmen an der vierten Töffli-Tortour teil. Auf ihrem optimierten Gefährt und mit Cervelat und Sackmesser im Gepäck ging es los. Erster Stop war in Klingenzell.

Salome Preiswerk Guhl
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Die Töffli-Buebe stehen vor der Kapelle in Klingenzell. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Die Töffli-Buebe stehen vor der Kapelle in Klingenzell. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

MAMMERN. Jeder Töffli-Bueb hat einen Übernamen: Stoni, Mäk, Wiesi, Bad Mitsch, Renegade, Cobra elfeinhalb oder Flöörli. Mit einer Ausnahme sind alle Herren zwischen 41 und 53 Jahre alt, vom Informatiker über Elektroingenieur bis zum Selbständigen. «Unsere Töffli sind nicht frisiert, nur optimiert», tönt es unisono, darauf folgt schallendes Gelächter im Klingenzellerhof. Hier war erster Halt, nachdem ein Teil der Gruppe am vergangenen Freitag kurz nach dem Mittag in Tuttwil gestartet war.

Auf dem Weg gab es bereits zwei nicht geplante Stops wegen eines Vergasers, der nicht recht wollte. «Am ersten Tag spukt das eine oder andere Töffli noch, danach laufen sie wie ein Öfeli», sagen Mäk Odermatt und Mäc Meier aus Wängi. Sie gehören zum Kernteam der Töffli-Piloten und organisierten die diesjährige Tour rund um den Bodensee. In Klingenzell stiessen die Teilnehmer aus Gündelhart, Hörhausen, Müllheim und Frauenfeld dazu. Mäc Meier: «Ursprünglich waren wir eine Clique aus Tuttwil und Wängi. Wer Spass an Töfflis hat und in unsere Gruppe passt, den nehmen wir mit.»

Runterfahren vom Stress

Hans Blaser, Landwirt aus Gündelhart, ist zum erstenmal dabei. Sein Sohn hat im Rahmen einer Projektarbeit einen Sachs 503 restauriert. Diesen führte Hans Blaser nun über das Wochenende aus. «In meinen Jugendjahren war ich schon mal mit dem Töffli im Tessin und am Genfersee», nun wolle er nach 33 Jahren ein Revival dieses Töffli-Gefühls. Der mit Abstand Jüngste in der Gruppe ist 16 Jahre alt und bereits das zweite Mal dabei. Der KV-Lehrling freut sich auf die Ausfahrt mit seinem Puch Maxi und auf das «Runterfahren vom Stress».

Überhaupt, der ganzen Töffli-Truppe geht es in erster Linie um den Spass, ums Entschleunigen und ums Fachsimpeln. «Beim Flicken haben wir es lustig, vor allem wenn es nicht das eigene Töffli betrifft», sagt ein Unternehmer aus Wängi, der als Töffli-Bueb auf den Namen Habicher hört. «Wir machen etwas, wovon andere nur reden», sagt ein Aussendienstverkäufer aus Tuttwil mit Übernamen Bad Mitsch. Projektleiter «Stoni» aus Lommis ist mit seinen 53 Jahren der älteste Teilnehmer. Er nimmt es mit Humor: «Mein Puch Velux und ich sind etwa gleich alt.» René Odermatt aus Hörhausen, Logistiker, fährt mit einem Sachs 503 GTA mit, «nebst der Geselligkeit freue ich mich vor allem aufs Fachsimpeln über Motoren».

Einen Fünfliber im Gepäck

Mäc Meier: «Am Samstag und Sonntag fahren wir pro Tag circa 100 Kilometer. Eine Pause für das EM-Spiel der Schweiz durfte natürlich nicht fehlen.» Das Gepäck beschränkt sich auf das Nötigste: ID, einen Cervelat, einen Fünfliber, Sackmesser und allfälliges Werkzeug sowie Öl und Kabel. Nach der kurzen Erfrischung im Klingenzellerhof sind die Töffli-Bueben komplett und startklar. Sie lassen auf der Runterfahrt nach Stein am Rhein ihre Bremsklötze und -trommeln schon mal warm werden.