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Malerseele des Dixie-Musikers Kurt Lauer

STEIN AM RHEIN. In der Steiner Kunstschür läuft zurzeit eine Ausstellung mit Werken des populären Thurgauer Malers und Musikers Kurt Lauer. Vor 40 Jahren gründete er nicht nur die Swiss German Dixie-Corporation, sondern begann auch zu malen.
Ernst Hunkeler
Maler und Bandleader Kurt Lauer vor einem seiner Werke. (Bild: Ernst Hunkeler)

Maler und Bandleader Kurt Lauer vor einem seiner Werke. (Bild: Ernst Hunkeler)

Der in einer alten Kreuzlinger Villa heimische Kurt Lauer ist gleich in zwei musischen Sparten Virtuose: als Maler in der einen, als Jazzmusiker in der anderen – beide beherrscht er perfekt. Nachdem er Geometer gelernt und lange als solcher gearbeitet hatte, wagte Lauer 1974 – vor exakt 40 Jahren – den Schritt in die künstlerische Selbständigkeit. Er machte Saxophon, Klarinette und Pinsel zu seinen Werkzeugen – die erstgenannten in der von ihm gegründeten Swiss German Dixie-Corporation.

Drei Kronen für den Künstler

Dem Jazzbandleader mit den unzähligen internationalen Auftritten hat New Orleans mit dem Titel eines Ehrenbürgers der Stadt gleichsam die Krone aufgesetzt, dem Maler tat es einst ein Laudator, indem er von «Lauerismus» sprach. Im Prinzip eine Notlösung des Redners, wenn auch eine geniale: Kurt Lauers Malerei lässt sich in keiner Schublade verstauen, sie ist einmalig – laueristisch eben. Dabei kann man Lauerismus durchaus als Perfektionierung des Surrealismus verstehen. Die dritte Krone schliesslich bekam der Künstler an der aktuellen Vernissage aufgesetzt, indem ihm Laudator Walo Hauser aus Berlingen jenen Siegerkranz verehrte, den er 1988 – als Präsident des in Steckborn domizilierten Yacht-Clubs Schaffhausen – bei einer Segelregatta errungen hatte.

33 von Kurt Lauers Bildern sowie die stampfenden Rhythmen der Swiss German Dixie-Corporation füllten am Eröffnungsabend die Steiner Kunstschür mit intensivem Leben, wobei der bald 70jährige Künstler in jeder Hinsicht überzeugte. «Wo die Realität aufhört», so Kurt Lauer, «fängt die Kunst an.» Da entpuppt sich in seinen Bildern das vermeintliche Maschinenteil als ebenso funktionslose wie perfekt gemalte Fiktion und das Bildensemble als zweidimensionale Tinguely-Maschine, die nur eines kann, dies aber perfekt: dem Betrachter Freude bereiten.

Fotografisch exakt vorgetäuscht

Während die einen Bilder auch menschliche Elemente ad absurdum führen, tun es auf den anderen phantastisch komplizierte Maschinen, die so genial wirken, als könnten sie mit ein paar Drehungen ihrer Räder oder einem sanften Klappern ihrer Ventile die Welt verändern. Dabei sind es bei näherer Betrachtung nicht einmal Ventile oder Räder, sondern fotografisch genau gemalte Täuschungen. Auch wenn man ein Bild von Lauer tausendmal betrachtet, man wird wieder neue Details entdecken und das Ganze neu empfinden.

Ausstellung bis 3. Juli geöffnet, freitags und samstags 16 bis 19 Uhr und sonntags 10 bis 12 Uhr; am 14. Juni spielt im Kunstschür- Garten Lauers Dixie-Corporation.

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