Maischhausen: Ein Buch zum Jubiläum

Zur ersturkundlichen Erwähnung vor 1100 Jahren gibt Helgard Bozian-Stralau eine Dokumentation zur Geschichte heraus.

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MAISCHHAUSEN. Als sich Helgard Bozian-Stralau 2006 auf die Suche nach dem Alter ihrer Liegenschaft machte, begann ein Arbeitsprozess, der über Jahre andauerte. Schliesslich konnte sie die Siedlungsgeschichte Maischhausens erstellen, die Geschichte einiger Familien rekonstruieren und Häusern einzelne Geschlechter zuordnen. 2007 organisierte sie eine Ausstellung über die letzten 300 Jahre Maischhausens. Ein Jahr später erfolgte die zweite Ausstellung, die 700 Jahre Maischhausens dokumentierte.

Die nun vorliegende Dokumentation zur Geschichte von Maischhausen ist das Ergebnis intensiver Recherchen. Für Leute mit Bezug zu Maischhausen sei die Geschichte der noch erhaltenen Liegenschaften, ihrer Bewohner und der eingesessenen Familien ausserordentlich spannend, meint die Autorin. Darüber hinaus belegt das Buch am Beispiel Maischhausens das Schicksal der Landbevölkerung in der Ostschweiz. Zentrales Thema ist die unverschuldete chronische Überschuldung und die daraus resultierende Armut. Wegen hoher Abgaben und Steuern konnte der Landmann nicht vom Ertrag seiner Arbeit leben. Immer wieder wurde er genötigt, Kredite aufzunehmen. Die Zinslasten trugen bis weit ins 20. Jahrhundert zur Verarmung bei. Als die Handstickerei wie ein Fieber die Ostschweiz ergriff, war auch Maischhausen betroffen. Die Hoffnung der Heimsticker auf ein besseres Leben ging nicht in Erfüllung. Die Autorin dokumentiert Aufschwung und Niedergang der Handstickerei. Einige Texte entstammen der Feder von Alfons Kressbach, eines Kenners der Liegenschaften von Maischhausen.

Am nächsten Samstag, 18. August, findet ab 11 Uhr in Maischhausen am Oberdorf 50 ein Festakt sowie eine Präsentation und ein Verkauf von «Maischhausen 912–2012» statt. (red.)