Magisches Auge aus Wängi

Mit einem neuen Überwachungssystem für die Baumwollverarbeitung will die Jossi Systems AG aus Wängi ihre führende Stellung im Weltmarkt festigen.

Martin Sinzig
Drucken

wängi. Die 1997 gegründete Jossi Systems AG stellt Schutzsysteme für die baumwollverarbeitende Industrie her. Diese Systeme erkennen an verschiedenen Stationen im Verarbeitungsprozess Funkenbildungen oder Verunreinigungen, bekämpfen das Feuer und scheiden Fremdstoffe aus. Stillstandzeiten in den Baumwollspinnereien sollen damit minimiert sowie Beschädigungen an Maschinen sowie Qualitätseinbussen verhindert werden.

Ein von Grund auf neuentwickeltes Produkt ergänzt seit kurzem die Produktepalette von Jossi Systems. Das Magic Eye (zu deutsch: magisches Auge) erkennt auch weisse und transparente Verunreinigungen. Bisher konnten lediglich Stofffetzen und Plastikfolien, die sich farblich abheben, detektiert und blitzschnell ausgeschieden werden.

Führende Position stärken

Die neue Technik ist in der Lage, weisse Kunststoffteilchen, wie sie etwa bei der Handernte vielfach in die Baumwolle gelangen, herauszufiltern. Die Details des neuen Sensorsystems hält die Jossi Systems streng unter Verschluss, denn das magische Auge soll neue Standards setzen und die führende Weltmarktstellung des Thurgauer Unternehmens sichern.

«Wir versprechen uns sehr viel vom Magic Eye», unterstreicht Geschäftsführer Walter Kiechl. Die Präsentation an der Textilmesse ITMA vom September 2007 in München habe dem Unternehmen viel Auftrieb gegeben. Erste Anlagen wurden bereits installiert. Das neue Produkt soll auch helfen, Einbrüche im stark zyklischen Textilmaschinengeschäft abzufedern.

Ständige Innovation

Das magische Auge ergänzt technisch ein bereits bewährtes System zur Erkennung und Ausscheidung von Fremdstoffen. Es wird unter dem Produktenamen «The Vision Shield» seit 1995 angeboten und ist mit 1300 verkauften Anlagen zum Hauptprodukt von Jossi Systems geworden. Im kommenden Jahr soll die fünfte Generation eingeführt werden.

Ziel der Innovationsbemühungen sei es, immer genauer noch kleinere Verunreinigungen der Baumwolle im Produktionsprozess zu erkennen und auszuscheiden, erklärt Kiechl. Konkurrenzvorteile gewinne Jossi Systems nicht nur dank ständiger Innovation, sondern auch dank der Fähigkeit, taugliche wie zuverlässige Systeme und Elektronikbauteile für das heisse, staubige Umfeld in den Spinnereien zu bauen.

Neben eigenen Service- und Vertriebsleuten verfügt Jossi Systems über gut 20 lokale Vetriebspartner und Agenten. Vor zehn Jahren war Europa noch der wichtigste Markt für Schutzsysteme. Der Schwerpunkt verlagert sich aber zunehmend Richtung Asien, so Geschäftsführer Kiechl.