Magische Stunden in Herdern

HERDERN. Francis und Rahel Voirol verwandeln die Turnhalle in Herdern zum 13. Mal in ein Weihnachtsvariété. Zur Show gehören Nummern von internationalen Artisten. Sie beeindrucken das Publikum mit ihrer Kraft, ihrer Sanftheit und ihrem Können.

Christine Luley
Drucken
Teilen
Das Duo Yani & Valeri aus Bulgarien begeistert das Publikum in Herdern mit seiner Körperkraft. (Bild: Reto Martin)

Das Duo Yani & Valeri aus Bulgarien begeistert das Publikum in Herdern mit seiner Körperkraft. (Bild: Reto Martin)

Mit der Jacke wird an der Garderobe auch der Alltag abgegeben. Die Gäste betreten eine andere Welt. Francis Voirol hat für das 13. Weihnachtsvariété ein Programm zusammengestellt mit kraftvoller Akrobatik, atemberaubenden und sanften Nummern.

*

Yani & Valeri, die beiden starken Männer aus Bulgarien, zeigen Handstand und Hebefiguren. Sie begeistern das Publikum mit artistischem Können, Kraft und Körperbeherrschung. Gebannt sieht das Publikum ihrem Spiel mit den Muskeln zu. Das Duo ist aus Neuseeland angereist, das nächste Engagement wartet in Dubai.

*

Leitern sind für Uzeyer Novruzov Arbeitsgeräte. Der Mann mit den braunen Augen und der Charlie-Chaplin-Melone zwinkert dem Publikum zu. «Bei mir bist du schön, please let me explain», erklingt aus dem Lautsprecher. Der Artist aus Aserbaidschan klettert die frei stehende Leiter hinauf, rutscht zwischen den Holmen hinunter und eilt wieder hoch. Aus Tel Aviv ist er angereist und hat auf dem Weg in den Thurgau einen Abstecher in Zürich gemacht, um zwei seiner Brüder zu treffen. Seit fünf Jahren haben sich die drei Artisten nicht mehr gesehen. Oktay und Telman Novruzov treten im Circus Conelli auf.

*

Ruhig und beschaulich geht es bei der Sandmalerin Julia Kurkina zu. Sie entwirft Bilder im Sandkasten und lässt sie auf der Grossleinwand erscheinen. Sand rieselt durch ihre Finger, fällt auf die Platte, ein Motiv entsteht. Sanft streicht sie darüber, verändert das Bild. Gestaltet neue Welten, haucht den Figuren Leben ein, erzählt eine Liebesgeschichte vom Werden und Vergehen. Gerne möchte man ihr weiter zusehen. Die junge Ukrainerin hat Grafikdesign studiert und vor fünf Jahren Sand als kreatives Ausdrucksmittel für sich entdeckt.

*

In einer ganz anderen Disziplin ist Vašek Klouda zu Hause. Er ist mehrfacher Footbag-Weltmeister und zeigt virtuos, welche Kunststücke mit diesem kleinen Ball möglich sind. Dabei jongliert er mit den Beinen und den Füssen, berührt den Ball nie mit den Händen. Der Tscheche zeigt seine Tricks auch mit anderen Gegenständen. Die Spannung steigt, als er sein Können mit dem iPhone eines Besuchers zeigt. «Unglaublich – das könnte ich nicht mal mit den Händen», sagt eine Besucherin.

*

Eine junge Frau schwebt auf dem Trapez über der Erde. Sie bewegt sich tanzend in der Luft. Charlotte Hofer lebt in der Nähe von Neuchâtel und ist Studentin am Centre des Métiers des Arts de la Scène et du Spectacle Ton sur Ton. Die Choreographie für ihre Nummer hat die 18jährige Artistin eigenständig entwickelt. «I can hear the birds, I can see them fly, I can see the sky», lautet der Refrain des von ihr gewählten Songs. Er kommt von der Genfer Gruppe Kadebostany. Charlotte Hofer fliegt weg und ihre Träume nehmen Gestalt an. Ihr Ziel heisst Zirkus.

*

Der letzte Vorhang fällt. Er bedeutet das Ende dieser Vorstellung des 13. Weihnachtsvariétés. Tröstlich, dass das Weihnachtsvariété Nummer 14 bereits in Planung ist.

Aktuelle Nachrichten