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Luft- und Sonnenbaden als Freizeittrend

Im Steiner Museum Lindwurm ist aktuell eine Sonderausstellung über die Badekultur um 1930 zu sehen. Es geht um die Zeit des Strandbad-Booms, in der nicht nur gebräunte Haut, sondern auch freizügigere Bademode immer mehr zum Trend wurde.
Ernst Hunkeler
Liegestühle und Sonnenschirm als passende Requisiten der Steiner Badekultur-Ausstellung. (Bild: Ernst Hunkeler)

Liegestühle und Sonnenschirm als passende Requisiten der Steiner Badekultur-Ausstellung. (Bild: Ernst Hunkeler)

STEIN AM RHEIN. Die Ausstellung «Badekultur um 1930» im Steiner Museum Lindwurm in Stein am Rhein belegt die Anfänge der Strandbäder rund um den Bodensee – quer durch die Schweiz und bis hinauf in die Kurorte der Alpen. Thematisiert werden die berühmt-plakativen Reklamen jener Zeit, das Aufkommen neuer Bademode und generell der Strandbad-Boom um 1930. Die Ausstellung kann bis Ende Oktober besichtigt werden.

Extrazüge fürs Strandbad

Nicht zu vergessen ist die Wandlung des Schönheitsideals von vornehm-blass zu sportlich-braun. Passend dazu erfand der Apotheker Julius Maag in Stein am Rhein damals die Sonnencrème «Hamol ultra». Gleichzeitig schossen die Strandbäder wie Pilze aus den Uferwiesen und boten dem neuen Lebensgefühl Raum. Eine Pionierrolle nahm das Zürcher Bad Mythenquai ein, wo schon 1922 die Geschlechtertrennung gefallen war.

Um 1930 entstand auch das Steiner Strandbad, doch die eigentliche Post ging am Bodensee und damit zu einem grossen Teil an Thurgauer Ufern ab. Schon 1925 war das Strandbad Ermatingen-Westerfeld eröffnet worden, und dieses warb mit den Angaben: Einziges Strandbad am Untersee, Natursandstrand, Park, Sonnenbad, Erfrischungsraum; Eintritt Erwachsene 20, Kinder 10 Rappen, ein Mittagessen 2.20 Franken.

Die Anfänge des Ermatinger Strandbades sind anhand neu aufgetauchter Zeugnisse in der Ausstellung besonders detailliert dokumentiert. Doch auch seeaufwärts war einiges los – im neuen Strandbad Arbon gar so viel, dass es zum Ziel fahrplanmässiger Extrazüge ab St. Gallen aufstieg. Aus Arbon sind unter anderem Plakatentwürfe ausgestellt.

Spielfilme ergänzen Ausstellung

Doch nicht nur das Entstehen der Strandbäder wird illustriert, sondern auch die Bademode, die für die Damen immer noch einen kurzen Beinansatz vorschrieb. Die ausgestellten Badekleider stammen übrigens ebenfalls aus dem Thurgau, nämlich aus dem Diessenhofer «Haus zur gewesenen Zeit» von Monika Stahel. Am Eingang zur Ausstellung empfängt ein «Hamol ultra»-Plakat im typischen Stil der Dreissigerjahre die Besucher; im Zentrum des Raumes ist ein Strandbad-Idyll mit Liegestühlen und Sonnenschirm aufgebaut.

Die Ausstellung wird im Steiner Kino Schwanen durch Spielfilme aus der Zeit ergänzt. Am Premieren-Sonntag stand «Wege zu Kraft und Schönheit», aus dem Deutschland von 1925 mit Leni Riefenstahl auf dem Programm, denn auch das damalige Reich hatte die Verquickung von Gesundheit und Schönheit adaptiert. Am 3. April folgt mit «Der blaue Engel» ein weiterer Film aus der Zeit um 1930.

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