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Lohr fühlt sich im Wasser wohl

CVP-Nationalrat Christian Lohr ist sportbegeistert. Weil er ohne Arme und mit fehlgebildeten Beinen zur Welt kam, sind für ihn die Möglichkeiten aber beschränkt. Doch im Wasser kann er sich frei bewegen. Er schwimmt jeweils rund 200 Meter, beim Tauchen kommt er auf zehn Meter.
Michèle Vaterlaus
Christian Lohr schwimmt im Becken des Schwimmbades Hörnli in Kreuzlingen. (Bild: pd)

Christian Lohr schwimmt im Becken des Schwimmbades Hörnli in Kreuzlingen. (Bild: pd)

KREUZLINGEN. Christian Lohr nutzt den Sommer, um im Schwimmbad Hörnli in Kreuzlingen seine Längen zu ziehen. Der Thurgauer CVP-Nationalrat hat Bilder davon auf Facebook und Twitter veröffentlicht. «Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich auch politisch nicht nur über den Sport rede, sondern auch selber Sport betreibe», sagt er auf Anfrage.

Früh schwimmen gelernt

Bereits als dreijähriger Bub hat Lohr schwimmen gelernt. Damals hatte er Schwimmhilfen um den Bauch und um den Hals. Es sei in erster Linie darum gegangen, seinen Rücken zu stärken. Heute braucht er längst keine Schwimmhilfen mehr. Lohr schwimmt jeweils rund 200 Meter – jedoch nur auf dem Rücken. «Das ist schon anstrengend.» Ein Brustschwumm ist für ihn ohne Arme nicht möglich. «Für mich war die Bewegung im Wasser immer ein sehr positives Erlebnis», sagt Lohr weiter. «Schwimmen ist der Sport, den ich machen kann und schon früh machen konnte.»

Der 54-Jährige wurde ohne Arme und mit fehlgebildeten Beinen geboren. Ursache dafür ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid. Seine Mutter hatte dieses während der Schwangerschaft vom Arzt gegen Keuchhusten verschrieben bekommen.

Ängste abgebaut

Durch die Bewegung im Wasser habe er Ängste abgelegt. Nicht nur die Angst vor dem Wasser oder vor dem Ertrinken. «Ich habe gelernt, vor dem Leben keine Angst zu haben», sagt Lohr. Das Schwimmen stärke immer wieder sein Körpergefühl. «Und es ist gut für die psychische Verfassung.» Er fühle sich im Wasser einfach «sauwohl». Dabei gehe es ihm nicht darum, sich selbst etwas zu beweisen, sondern darum, das Leben bewusst erfahren zu können.

Ein Seebub

Was er besonders schätzt: Im «Hörnli» wird er als normaler Schwimmer wahrgenommen. «Ein Selbstverständnis, das für einen Mensch mit Beeinträchtigung positiv und wohltuend ist.» Lohr schwimmt nicht nur im Becken. Er dreht seine Runden auch im See. «Ich bin schliesslich ein Seebub.» Der Politiker schnorchelt im Meer, und er kann rund zehn Meter tauchen, wie er nicht ohne Stolz erzählt. In der Regel ist er bei seinen Schwimmausflügen nicht alleine unterwegs, sondern in Begleitung seines Bruders, Neffen oder eines Freundes. Auf Twitter hat er ein Video von seinem Schwumm im «Hörnli» gepostet und geschrieben: «Ich schwimme aus Leidenschaft als legales persönliches Doping, auch wenn ich es für die paralympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro nicht mehr schaffen werde…»

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