Lohnkürzung: Abwertung der Pflegeberufe

ST. GALLEN. Der Berufsverband der Pflegefachfrauen Sektion St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell ist «konsterniert»: Er versteht das Ansinnen der St. Galler Regierung, die Löhne der Staatsangestellten zu kürzen, nicht.

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ST. GALLEN. Der Berufsverband der Pflegefachfrauen Sektion St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell ist «konsterniert»: Er versteht das Ansinnen der St. Galler Regierung, die Löhne der Staatsangestellten zu kürzen, nicht. Arbeitsbelastung und Verantwortung hätten in den vergangenen Jahren im Gesundheitswesen stetig zugenommen.

Die Entlöhnung der Arbeit im Gesundheitswesen sei mehr als «blosse Honorierung» geleisteter Stunden. Der Lohn stehe vielmehr für die allgemeine Wertschätzung und den Respekt gegenüber der Leistung und Fähigkeit, kranke Menschen mit Würde und Achtung zu pflegen und zu begleiten. Die geplanten Sparmassnahmen seien bei der aktuellen Situation in der Spitallandschaft «nicht verständlich». «Dem Pflegepersonal wird eine grösstmögliche Flexibilität abverlangt. Um die Kosten zu senken, werden geplante Arbeitseinsätze kurzfristig geändert. Einsätze aus Frei- und Ruhetagen werden als selbstverständlich erwartet, um wiederum frühzeitig heimgeschickt zu werden, wenn wenig Arbeit anfällt.» Bereits heute, so der Verband, mangle es an Pflegefachpersonen. Dies auch, weil die Arbeitsbedingungen unattraktiv seien. Die Verweildauer im Beruf sei tief. Das koste den Staat doppelt; er bilde Personal aus und müsse dann trotzdem Berufsleute aus dem Ausland akquirieren und nachqualifizieren. (rw)

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