Lieber noch eine Studie

Die Münchwiler Schulhäuser können nicht wie von der Schulbehörde beantragt erneuert werden. An der Gemeindeversammlung am Mittwochabend sprach sich eine deutliche Mehrheit für einen Zwischenstop aus.

Simon Dudle
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Die Turnhalle Oberhofen, wie sie nach Sanierung und Erweiterung aussehen soll. Ob der Fünf-Millionen-Kredit im Februar an die Urne kommt, ist derzeit offen. (Bild: pd)

Die Turnhalle Oberhofen, wie sie nach Sanierung und Erweiterung aussehen soll. Ob der Fünf-Millionen-Kredit im Februar an die Urne kommt, ist derzeit offen. (Bild: pd)

MÜNCHWILEN. Schon seit Jahren bewegt die Schulraumplanung in Münchwilen die Gemüter. Als es vor Jahresfrist darum ging, das Schulzentrum Kastanienhof in St. Margarethen für knapp sechs Millionen Franken zu erneuern, hatten sich die Ortsparteien SVP und FDP dagegen gewehrt – ohne zu reüssieren. Mehr Erfolg, wenn auch nicht durchgehend, hatten sie am späten Mittwochabend an der Schulgemeindeversammlung, als sie sich neuerlich gegen ein Ausbauvorhaben der Schulbehörde starkmachten – die FDP mehr als die SVP.

Sanierungen und Neubauten

Dieses Mal ging es um eine Gesamtschau. Da bis 2025 mit 165 zusätzlichen Schülern gerechnet wird und die Schulanlagen Oberhofen in die Jahre gekommen sind, muss etwas gemacht werden. Die Behörde schlug vor, verteilt auf mehrere Jahre rund 20 Millionen Franken in Sanierungen und Neubauten – inklusive Kastanienhofs – zu investieren. Für FDP-Ortspräsident Roland Aeby zu viel Geld. Er forderte einen Marschhalt, um eine Studie mit dem Ausblick bis ins Jahr 2030 erstellen zu lassen. «Wenn wir eine Gesamtsicht haben, ergibt sich daraus eine Aussage, wie die einzelnen Etappen aussehen sollen», sagte Aeby. Unterstützung erhielt er von Christian Peter von der Münchwiler SVP, der sich ebenfalls für weitere Abklärungen und das von der FDP geforderte Gesamtkonzept aussprach. Auch wenn Schulpräsident Thomas Wyser entgegnete, man habe erst gerade 2012 eine Studie machen lassen, wurde das Gesamtkonzept mit 120 Ja- zu 31 Neinstimmen für erheblich erklärt.

Als Folge daraus sprach sich eine deutliche Mehrheit der Stimmbürger dafür aus, gar nicht erst auf jenes Traktandum einzutreten, in welchem ein Projektkredit für 170 000 Franken zur Sanierung der Schulanlage Oberhofen hätte gesprochen werden sollen. Trotzdem wird in absehbarer Zukunft Schulraum erneuert. Denn eingetreten wurde – trotz Rückweisungsantrag der FDP – auf Traktandum 2. In diesem war ein Betrag von einer halben Million Franken für die Sanierung des Schulhauses 2 in Oberhofen zu sprechen. Das im Jahr 1955 erbaute und 1999 teilsanierte Gebäude ist düster und so feucht, dass auch eine Entfeuchtungsanlage nicht mehr hilft und es unmöglich ist, Papier in den Schränken zu lagern. Bei nur zwölf Gegenstimmen wurde der Schulbehörde grünes Licht erteilt, die wichtigsten Sanierungsmassnahmen in die Wege zu leiten. Hingegen wird sich das Gremium gut überlegen müssen, ob es die auf 28. Februar 2016 angesetzte Abstimmung über die Renovation und Erweiterung der veralteten Turnhalle Oberhofen durchführen soll. In einer Konsultativabstimmung sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Stimmbürger dafür aus, auf diesen Urnengang zu verzichten.

Steuerfuss gesenkt

Erfolg hatte die Schulbehörde mit ihrem Antrag, den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte auf 95 Prozent zu reduzieren. Das Budget, welches bei einem Aufwand von knapp elf Millionen Franken einen Gewinn von rund 455 000 Franken vorsieht, wurde deutlich angenommen. Dies, obwohl ein Abänderungsantrag der FDP gestellt worden war, den Steuerfuss gar um vier Prozentpunkte zu reduzieren. Damit hätte sich der voraussichtliche Gewinn auf 351 000 Franken verringert.

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)

Thomas Wyser Schulpräsident Münchwilen (Bild: Olaf Kühne)