Lidl-Überfall: Fehlverhalten vom Mitarbeiter

Nach dem bewaffneten Überfall vom Freitag auf den Discounter in Wilen werden die Angestellten psychologisch betreut.

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Ort des Verbrechens: Hintereingang der Lidl-Filiale in Wilen. (Bild: sdu)

Ort des Verbrechens: Hintereingang der Lidl-Filiale in Wilen. (Bild: sdu)

wilen. Von den zwei maskierten Räubern, die am Freitagabend die Lidl-Filiale in Wilen überfallen haben, fehlt nach wie vor jede Spur. Die beiden Täter, mit Pistole und Schlagstock bewaffnet, hatten nach Ladenschluss ausserhalb des Gebäudes einem Angestellten aufgelauert und ihn unter Androhung von Waffengewalt ins Gebäude zurückgedrängt.

Mit Cutter-Messer befreit

Ein Mitarbeiter wollte kurz nach 20 Uhr Abfälle in einem Container entsorgen und wurde am Hintereingang von den Unbekannten überrascht. Die Täter fesselten ihn und drei weitere Mitarbeiter, um Bargeld in unbekannter Höhe an sich zu bringen – wahrscheinlich die Tageseinnahmen. Mit Hilfe eines Cutter-Messers konnten sich die Angestellten kurz nach dem Überfall selbst befreien und die Polizei alarmieren.

«Der Mitarbeiter hätte sich nach Ladenschluss nicht mehr alleine draussen aufhalten dürfen», sagt Nathalie Hollenstein, Regionalleiterin von Lidl. Damit habe er eine Vorschrift verletzt. Die beiden Täter werden von der Kantonspolizei Thurgau als «jünger» beschrieben, sind zwischen 170 und 175 Zentimeter gross und sprechen gebrochen Deutsch.

Geschockt und verunsichert

Den betroffenen Angestellten geht es laut Hollenstein gut. «Aber natürlich sind sie geschockt und verunsichert.» Laut Lidl Schweiz wird in solchen Fällen eine Opferberatungsstelle beigezogen. Die Filiale in Wilen ist erst seit drei Monaten geöffnet. Ob aufgrund des Vorfalls das Sicherheitskonzept angepasst wird, darüber macht Lidl Schweiz keine Angaben. Die Kapo Thurgau bittet um Mithilfe: Wer Angaben zum Vorfall machen kann, soll sich bei der Nummer 071 221 48 30 melden.

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