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Licht schwimmt bachab

Am Sonntag feiert Islikon seinen Latäri. Die Viertklässler von Esther Grob sind wahre Experten auf dem Gebiet und erklären, was es mit dem Lichterschwemmen auf sich hat.
Laura Willi
Die Schulkinder der vierten Klasse mit den Laternen für den Umzug. Links das Schiff, das für die Lichterschwemme verwendet wird. (Bild: Laura Willi)

Die Schulkinder der vierten Klasse mit den Laternen für den Umzug. Links das Schiff, das für die Lichterschwemme verwendet wird. (Bild: Laura Willi)

ISLIKON. Die Schulkinder von Islikon freuen sich auf Sonntag. Dann findet das alljährliche Latäri-Fest statt. Auch die vierte Klasse von Esther Grob steckt in den Vorbereitungen für das Fest. Die Laternen wurden bereits vom Estrich geholt und der Staub entfernt. Bis zu ihrem morgigen Einsatz werden sie im Werkraum zwischengelagert.

Grobs Schulkinder sind begierig darauf, ihr Wissen über den Brauchtum zu teilen. So erklärt ein Mädchen, dass der Brauch auf die Textilfabrik in Islikon zurückgehe. «Weil die Tage länger wurden, konnten die Arbeiter länger arbeiten und auf Kerzen verzichten», sagt sie. Symbolisch habe man das künstliche Licht mit Kerzen den Tegelbach runter geschwemmt.

Lichterschwemme mit Schiff

Ein anderes Kind erzählt, dass ein Stauwehr auf dem Tegelbach errichtet werde. «Auf dem gestauten Abschnitt wird ein Schiff mit einer grossen Laterne drauf dreimal hin und her gezogen», sagt es. Das sei die sogenannte Lichterschwemme. Begleitet wird das Ganze von einem sich wiederholenden Ruf. «Füürio de Bach brennt, d'Isliker händ en azündt, d'Chefiker chömed go lösche mit hunderttuusig Frösche.» «Den fast gleichen Ruf gibt es auch bei anderen Lichterschwemmen in der Schweiz», sagt Grob. Dass am Sonntag der Ruf keine Probleme bereiten wird, demonstrieren die Schüler sogleich. Wieso das Schiff genau dreimal hin und her gezogen wird, kann keiner erklären.

Lange Tradition

Ein Highlight wird für viele Schüler der Umzug sein. «Das ist ein cooles Abenteuer», meint eine Schülerin. Dabei trage jeder Schüler eine eigene Laterne, erklären die Kinder. «Alle Laternen wurden selbst gebastelt», sagt Grob. Es würden aber nicht jedes Jahr alle Kinder eine neue Laterne basteln, da sie immer weitergegeben werden. «Die Laternen werden im Estrich gelagert und für das Fest wieder hervorgenommen», sagt Grob. «Im Estrich gibt es Laternen, die sind schon über 100 Jahre alt», sagt ein Knabe. Das Schiff, das hin und her gezogen wird, stamme gar aus dem Jahr 1810.

Einige Schüler finden aber, dass sie lieber selbst eine Laterne basteln würden. Ein Knabe wendet daraufhin ein: «Es ist Tradition, mit den schon gebastelten Laternen durchs Dorf zu laufen. Daran muss man festhalten.» Die Laternen würden mit Plastikfolie, die bemalt wurde, oder Seidenpapier verziert.

Feuerwerk und Musik

Auf das Feuerwerk ganz am Schluss freuen sich viele Kinder am meisten. «Das beginnt mit einem Wasserfall-Feuerwerk im Tegelbach, bevor das eigentliche Feuerwerk beginnt», erklärt ein Schüler. «Früher sind auch die Kindergartenkinder mitgelaufen, aber das war einfach zu weit», sagt Grob. Der Umzug dauere rund eine halbe Stunde.

«Ich freue mich auf den gesamten Anlass, weil ich das erste mal dabei bin», meint eine neu zugezogene Schülerin. Auch der Musikverein Islikon-Kefikon wird genannt. «Meine Schwester spielt mit, weshalb ich sicher zuhören werde», sagt eine Schülerin. «Ich freue mich auf das Wienerli mit Brot, das jeder Schüler am Schluss erhält», sagt ein Knabe.

Nach einem so ereignisreichen Tag ist manch Schüler froh, dass der Unterricht am Montag erst nach der Pause, um 10.15 Uhr beginnt.

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