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Letzte Ruhe in der Heimat

Bestattung Ragip Morina ist Familienvater, Bauingenieur und Moslem. «Ehrlich gesagt, habe ich mich noch nicht sehr intensiv mit meiner Bestattung auseinandergesetzt», sagt Morina. Wer macht das schon im Alter von 40 Jahren? Morina, weil in der Stadt St.

Bestattung Ragip Morina ist Familienvater, Bauingenieur und Moslem. «Ehrlich gesagt, habe ich mich noch nicht sehr intensiv mit meiner Bestattung auseinandergesetzt», sagt Morina. Wer macht das schon im Alter von 40 Jahren? Morina, weil in der Stadt St. Gallen wohnhaft, könnte sich in seiner neuen Heimat nach islamischer Sitte beerdigen lassen – wenn er denn will. Auf dem Friedhof Feldli sind Gräber für Moslems reserviert. Dieses Angebot fehlt in vielen Gemeinden der Ostschweiz.

«Für meinen Vater ist klar», sagt Morina. «Er will sich in seiner Heimat, dem Kosovo, bestatten lassen. Er ist in den 1970er-Jahren als Gastarbeiter in die Schweiz gekommen, ich und der Rest meiner Familie kamen 1987 nach.» Die Generation der Eltern hat einen intensiven Bezug zum Heimatland; sie hat dort noch ein soziales Netzwerk, Familie und Freunde. Darum wünschen sich ältere Moslems im Fall ihres Todes meistens eine Rückführung ins Herkunftsland. «Ich bin noch unentschlossen, doch je länger ich in der Schweiz lebe, umso mehr denke ich, dass sich mein Grab dereinst hier befinden sollte.» Drei Viertel seines Lebens hat Morina in der Schweiz verbracht, natürlich hat er noch einen Bezug zu seinem Geburts- und Herkunftsland. Die Voraussetzung für eine Bestattung in seiner neuen Heimat ist ein Angebot an moslemischen Grabfeldern. Eine Bestattung nach islamischer Tradition ist für Morina denn auch der wichtigste Faktor bei seiner Entscheidung. Er kann sich nicht vorstellen, in unserem Land bestattet zu werden, wenn die Möglichkeit einer moslemischen Beerdigung nicht bestünde. «Bei den nächsten Generationen wird der Wunsch nach einer moslemischen Bestattung in der Schweiz kontinuierlich zunehmen.» Demnach dürfte in der Ostschweiz die Nachfrage nach moslemischen Grabstätten in der Zukunft steigen.

Ragip Morina glaubt, dass die Möglichkeit einer Bestattung nach islamischem Brauch auch ein Faktor für eine gelingende Integration der moslemischen Bevölkerung in die hiesige Gesellschaft sein könnte. «Je mehr man in der Schweiz gefestigt ist, desto mehr fühlt man sich hier auch zu Hause.» (ure)

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