Letzte Chance für die Haltestelle

Vier Herdermer haben bei der Gemeinde eine Petition mit 402 Unterschriften eingereicht. Damit wollen sie verhindern, dass die Postautohaltestelle im Dorf versetzt wird. Auch Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch hat unterschrieben.

Rahel Haag
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Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch nimmt die Petition von Beat Stalder, Gaby Tschanz, Helene Bürgin und Karin Bösch entgegen. (Bild: Rahel Haag)

Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch nimmt die Petition von Beat Stalder, Gaby Tschanz, Helene Bürgin und Karin Bösch entgegen. (Bild: Rahel Haag)

HERDERN. Die Postautohaltestelle in Herdern soll bleiben, wo sie ist. Deshalb gingen Gaby Tschanz, Beat Stalder, Helene Bürgin und Karin Bösch während neun Tagen von Tür zu Tür und sammelten Unterschriften. Das Ergebnis: 402 von knapp 1000 Einwohnern der politischen Gemeinde Herdern unterstützen ihre Petition. Unter ihnen auch Frau Gemeindeammann Cornelia Komposch: «Die Petition ist ein Instrument, mit dem das Volk seinen Willen zum Ausdruck bringen kann. Und für uns ist es in diesem Zusammenhang die letzte Möglichkeit.»

Nur eine Minute Zeitgewinn

Um rund 300 Meter soll die Postautohaltestelle in Herdern an den westlichen Rand des Dorfes verlegt werden, um ein kompliziertes Wendemanöver auf dem Dorfplatz zu vermeiden und dadurch Zeit zu sparen. Auf der Strecke seien bereits Zeitmessungen durchgeführt worden. «Dabei hielt das Postauto bereits bei der neuen Haltestelle. Allerdings konnte dabei nur eine Minute gespart werden», sagt Komposch. Sie finde die Argumente für eine Versetzung nicht überzeugend. «Es gäbe noch andere Möglichkeiten, als die einzige Haltestelle in Herdern zu verschieben.» Beispielsweise könnte in einem anderen Dorf mit mehreren Haltestellen eine gestrichen werden. «Oder man könnte auf dem Dorfplatz bauliche Massnahmen ergreifen, um das Wendemanöver zu vereinfachen.»

Ein möglichst kurzer Weg

Auch das Wohnheim Schloss Herdern machte sich dafür stark, dass die Postautohaltestelle im Dorfzentrum bleibt. Der Verein schickte dem Regierungsrat, der letzten Endes die Entscheidung trifft, einen Brief. Die Wohnbaugenossenschaft Herdern wendete sich ebenfalls mit einem Brief an den Regierungsrat. «Die Wohnbaugenossenschaft will Alterswohnungen bauen und hat mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr geworben», sagt Komposch. Allen geht es darum, den Weg zur Haltestelle möglichst kurz zu halten. «Wenn man Herdern aus der Vogelperspektive betrachtet, wird klar, dass es keinen Sinn ergibt, die Haltestelle in der Peripherie des Dorfes zu plazieren.» Vom Regierungsrat wünsche sie sich manchmal ein bisschen mehr Praxisbezug, sagt Komposch.

Nur Ulrich Marti sagte Nein

Bis auf Ulrich Marti haben alle Gemeinderäte die Petition unterschrieben. «Ich habe ihn zweimal gefragt», sagt Gaby Tschanz. Doch er habe auch diese letzte Chance nicht nutzen wollen. Und an Cornelia Komposch gewandt sagt sie: «Er meinte, er diskutiere gern mit dir.» Tschanz und ihre Verbündeten sind zufrieden mit dem Ergebnis. «Ich bekam nur eine einzige Absage», sagt Helene Bürgin. Dennoch ist man in Bezug auf die Erfolgschancen zurückhaltend. «Wir wollen mit unserer Petition ein Zeichen setzen. Jetzt liegt die Entscheidung beim Regierungsrat», sagt Tschanz.

Eine Studie soll Klarheit bringen

Wann der Regierungsrat eine Entscheidung fällt, ist unklar. «Es werden weitere Zeitmessungen durchgeführt, die in eine Studie fliessen», sagt Komposch. Sobald diese fertig sei, werde der Regierungsrat nochmals das Gespräch mit der Gemeinde suchen.

Sollte die Haltestelle tatsächlich versetzt werden, könne auch der seit längerem geplante Velounterstand nicht gebaut werden. «Am neuen Standort fehlt schlicht der Platz», sagt Komposch.