Leser zeigen Herz für Nicola

DONZHAUSEN. Die Geschichte des unheilbar kranken Nicola Hauser hat viele Menschen berührt. Dank der Spenden bekommt der schwerbehinderte Junge schon bald einen Motor für seinen Buggy.

Erika Pàl
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Jacqueline Hauser mit Nicola und den vielen Briefen und Kärtchen, die sie erhalten haben. (Bild: Nana do Carmo)

Jacqueline Hauser mit Nicola und den vielen Briefen und Kärtchen, die sie erhalten haben. (Bild: Nana do Carmo)

«Dass sich so viele Leute melden, hätte ich nicht erwartet. Ich bin wirklich überwältigt und wahnsinnig gerührt», sagt Jacqueline Hauser. Ihr Sohn Nicola leidet an der unheilbaren Stoffwechselkrankheit MPS.

Kinder wie der 15jährige Nicola werden scheinbar gesund geboren, entwickeln sich aber mit der Zeit stetig zurück, körperlich wie geistig. Inzwischen redet Nicola gar nicht mehr und kann nur noch wenige Schritte stolperfrei gehen. «So oft wie möglich fahren wir mit dem Buggy draussen spazieren. Er liebt das und ist gerne unter Leuten.» Doch der Buggy mit Nicola drin bringt ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Jacqueline Hauser darf sich nach ihrer Brustkrebsoperation nicht mehr überanstrengen. Die Gefahr eines Lymphödems ist zu gross. Eine Anschieb- und Bremshilfe für den Buggy würde ihr helfen.

Doch die IV weigert sich, die Kosten von 5000 Euro für so einen Motor zu übernehmen. «Die Enttäuschung war gross, aber wir wollten das nicht so stehen lassen und schrieben diverse Zeitungen an.» Nachdem ein Artikel über Nicola in der TZ erschienen ist, stand das Telefon der Familie Hauser nicht mehr still. «Die ersten zwei Tage kamen wir mit Telefonieren gar nicht mehr nach.» So viele Menschen wollten der Familie auf irgendeine Art und Weise helfen. Noch heute rufen Leute an und erkundigen sich. «Viele fragen nach einem Spendenkonto, erzählen von ähnlichen Schicksalen oder berichten von eigenen Erfahrungen mit der IV.» Bereits am selben Tag um 11 Uhr morgens hatte Familie Hauser den Betrag für den Motor von Nicolas Kinderwagen zusammen. «Hauptsächlich sind es Spenden von Privaten, aber auch Firmen haben uns ihre Unterstützung zugesichert.» Auch die TZ-Redaktion erhielt Anrufe und Mails von Menschen, die die Familie Hauser gerne finanziell unterstützen wollten. «Hätte ich alles angenommen, könnten wir uns gleich fünf solcher Buggies leisten», sagt Jacqueline Hauser lachend. Doch sobald der Betrag für den Motor erreicht war, bat sie die Spender andere Einrichtungen zu berücksichtigen oder verwies auf den Verein für Mukopolysaccharidosen Schweiz. «So viele Familien brauchen Unterstützung, es wäre nicht fair, wenn wir alles beanspruchen würden.»

Hausers freuen sich auf den bestellten Motor für Nicolas Buggy. «Sobald er da ist, werden wir ihn gleich testen und ein Foto mit Nicola machen. Ich werde mich bei allen, von denen ich die Adresse habe, schriftlich bedanken.»