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«Lernt Deutsch und werdet Schweizer»

Der Aargauer Grossrat und Grünen-Nationalratskandidat Yahya Hassan Bajwa rief am Sonntag in Wigoltingen Hunderte von Moslems aus der ganzen Schweiz dazu auf, sich in die hiesige Gesellschaft zu integrieren.
Christof Lampart
Referent Yahya Hassan Bajwa mit Besucher Mohammed Ayyub. (Bild: Nana do Carmo)

Referent Yahya Hassan Bajwa mit Besucher Mohammed Ayyub. (Bild: Nana do Carmo)

Wigoltingen. Yahya Hassan Bajwa, Kantonsrat aus Baden, Nationalratskandidat der Grünen und Delegierter der European Greens, sprach während der dreitägigen Jalsa Salana der Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz in Wigoltingen. Er hielt die Rede mit dem Titel «Weshalb die Integration und die Teilnahme der muslimischen Bevölkerung in der Schweizer Gesellschaft wichtig ist». Hunderte von Moslems hörten seiner Rede zu. Auf der Wiese neben der Moschee war ein grosses Zelt aufgebaut.

Moslem und guter Demokrat

Von Beruf Übersetzer und aus Überzeugung ein Mittler zwischen den verschiedenen (Religions-)Kulturen, forderte Bajwa seine Zuhörerschaft auf, Barrieren aller Arten zu überwinden. Er selbst sei das beste Beispiel dafür, dass ein Moslem ein guter, in die Gesellschaft integrierter Demokrat sein könne.

Der Glaube ist nur ein Teil

Der Glaube sei ein wichtiger Teil eines Moslems, aber eben doch nur ein Teil. Wer jedoch in der Schweiz lebe, der müsse auch am gesellschaftlichen Leben mit all seinen Facetten teilnehmen. Denn nur so werde man als echte Person, als Nachbar, als Freund von Nichtmoslems wahrgenommen – und nicht in erster Linie als Moslem.

«Lernt Deutsch, geht unter die Leute, werdet Schweizer und geht wählen», so Bajwa. Dabei spiele es für ihn überhaupt keine Rolle, was man wähle: «Von mir aus könnt ihr auch die SVP wählen; Hauptsache, ihr geht wählen», so Bajwa. Dass Bajwa der interkulturelle und -religiöse Dialog wichtig ist, beweist auch sein Einsatz in Pakistan, wo er auf Eigeninitiative mehrere Hilfsprojekte am Laufen hat. Und das, obwohl ihm als Anhänger der betont pazifistischen Ahmadiyya-Bewegung in den von den Taliban kontrollierten Gegenden oft der Tod droht.

Bajwa ging in seinem Engagement sogar so weit, dass er auf eine Anfrage von christlichen Frauen hin in einem von den Taliban kontrollierten Gebiet eine Nähschule für Mädchen gründete.

Er riskiert sein Leben

«Wollen Sie wissen, warum ich mein Leben für Christen riskiere? Ganz einfach: Weil ich der festen Überzeugung bin, dass meine radikale Religionsfreiheit für alle Menschen gilt – egal, welcher Religion sie angehören», sagte Bajwa.

Der Aargauer Grossrat setzt sich auch mit Nachdruck für die Freilassung der beiden von den Taliban in Pakistan entführten Schweizer ein. «Ich reise heute nachmittag in die Gegend. Wenn ich die beiden Geiseln zurückbringen könnte, so wäre dies wohl für viele Menschen das schönste Geschenk.» Mit diesen Worten verabschiedete sich der sichtlich bewegte Redner.

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