Lernen am Cola-Springbrunnen

BRAUNAU. In Braunau steht seit einigen Tagen die preisgekrönte Forscherkiste der Pädagogischen Hochschule St. Gallen auf dem Schulhof. Dabei können die Kinder spielend und forschend lernen.

Larissa Flammer
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Die Kinder versuchen, das selbst hergestellte Vakuum zu zerstören. (Bild: lsf)

Die Kinder versuchen, das selbst hergestellte Vakuum zu zerstören. (Bild: lsf)

Braunau. Vor dem Primarschulhaus in Braunau war diesen Dienstag einiges los. Sobald sich alle Schüler eingefunden hatten, wurden sie auf die Wiese neben dem Schulhaus gerufen. Die Lehrer warfen einige Mentos in eine Flasche Cola und warteten gespannt. Plötzlich schoss eine Fontäne aus der Flasche, und das Cola spritzte aus der Flasche. Die Kinder staunten und freuten sich über diese Art des Lernens.

Altersdurchmischte Gruppen

Ganz ungewöhnlich sind solche Experimente in Braunau nicht, trotzdem waren die letzten beiden Dienstage speziell. Schon seit einigen Jahren wird das Projekt «Mosaik» betrieben. Dabei werden jeden Dienstagnachmittag die Schüler aller Altersklassen in kleine Gruppen aufgeteilt, und sie absolvieren in buntdurchmischten Teams Posten und Werkstätten, die sich die Lehrer ausgedacht haben. Seit 14 Tagen allerdings ist der Unterricht in Braunau nicht mehr ganz wie gewohnt. Die Forscherkiste der PH St. Gallen steht auf dem Pausenhof und die Schüler durften in Gruppen die Posten der Forscherkiste ausprobieren.

Das Prinzip der Altersdurchmischung klappe sehr gut, erklärt Christoph Brunner, einer der Primarlehrer in Braunau: «Die Grossen machen das gerne, da sie selbst als Kindergärtler bereits in das Projekt involviert waren.» Tatsächlich hört man von ihnen oft Sätze wie: «Ich helfe dir beim Lesen.» Die Ältesten sind jeweils für ihre Gruppe verantwortlich und helfen den Kleinen bei den Anleitungen und der Durchführung der Experimente. Kindergärtnerin Eva König erzählt: «Wir machen dieses Projekt vor allem wegen der Sozialkompetenz. Bei uns haben die Kleinen nie Angst vor den Grossen. Auf diese Weise ist auch der Übertritt vom Kindergarten in die Schule kein Problem.» Für sie sei es ausserdem spannend zu sehen, wie sich «ihre» Kindergärtner in den nächsten sechs Jahren entwickeln. Tatsächlich ist es faszinierend zu beobachten, wie die grossen Burschen auch den kleinen Mädchen helfen und wie sich die im Durchschnitt 65 Schüler alle beim Namen kennen.

Sie sind experimentierfreudig

Die Forscherkiste bietet eine Vielfalt an Material, welches von den jungen Forschern mit Freude ausprobiert wird. So konnte man zwei Mädchen beobachten, die ihren Kollegen mit einem Flaschenzug in die Höhe hoben, Kinder, die mit manipulierten Brillen über den Platz wankten und Knaben, die ein selbstgeschaffenes Vakuum zerstören wollten.

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