LEKTÜRE: Gemeinsamer Weg der Literaturförderung

Die Ostschweiz und das Fürstentum Liechtenstein investieren in die Bücher und Texte von Ostschweizer Autoren. Das Projekt kostet rund 400 000 Franken.

Drucken
Teilen

Aufgrund aktueller Diskussionen zur Buch- und Literaturförderung in der Schweiz und der Bedeutung des Buch- und Literatur­wesens in der Ostschweiz plant die Kulturbeauftragten-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein (KBK Ost) ein vierjähriges Pilot-Förderprogramm für die ­Literatur und das Buch, ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten in den einzelnen Kantonen. Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Buchwesen und der Literaturlandschaft in der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein zu stärken.

Im Nationalen Kulturdialog, in dem sich Bund, Kantone, Städte und Gemeinden koordinieren, stellte die Arbeitsgruppe Literaturpolitik fest, dass in der aktuellen Situation der schweizerischen Buch- und Literaturlandschaft ­regionen- sowie kantonsübergreifende Kooperationsprojekte von grosser Bedeutung sind. Die im Frühling 2016 vorgenommene Standortbestimmung der Buch- und Literaturlandschaft in der Ostschweiz durch die KBK Ost unter Einbezug unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure bestätigte, dass die kantonsübergreifende Förderung und dabei die Stärkung des Netzwerkes als wichtig beurteilt werden.

Zusammenspiel soll gestärkt werden

Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaff­hausen, Thurgau, St. Gallen, Zürich sowie das Fürstentum Liechtenstein gehen deshalb auch in der Buch- und Literaturförderung ­einen gemeinsamen Weg – ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten. Dies erfolgt auch mit Blick auf die guten Erfahrungen und den Erfolg des bereits elfjährigen gemeinsamen Förderprogramms Tanz-Plan Ost.

Basierend auf einem Konzept der Schriftstellerin Dorothee ­Elmiger und des Kulturvermittlers Johannes Stieger werden in den nächsten vier Jahren Projekte gefördert, die ausgehend von einem bestehenden Werk das Zusammenspiel zwischen den ver­schiedenen Akteurinnen und ­Ak­teuren intensivieren und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. Es geht um die Wechselwirkungen zwischen Autorinnen und Autoren, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken, Literaturhäusern und -veranstaltenden, Vermittelnden und dem Publikum. Diese Projekte sollen dazu beitragen, dass interessante und qualitativ hochstehende Texte und Bücher ihren Weg zur Leserschaft (wieder-)finden und für das Publikum greifbar werden. Das Pilot-Förderprogramm ist als offener Prozess angelegt mit dem Ziel, das Netzwerk zu stärken.

Realisierung von acht Ostschweizer Projekten

Das Pilot-Förderprogramm umfasst die Jahre 2017 bis 2020. Es wird mit einem Rahmenkredit von rund 400 000 Franken gerechnet. Damit sollen bis zu acht Projekte mit Bezug zur Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein gefördert und ­zwischen 80 und 130 Personen einbezogen werden. Für die Auswahl der zu fördernden Projekte wird eine siebenköpfige interkantonale Projektsteuerung mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Literatur- und Buchnetzwerk sowie Vertretungen aus den Kan­tonen eingesetzt. Die Geschäftsführung liegt bei der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich. Die Kantone teilen sich die Kosten für die Pilotförderung auf. (red)