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LEITARTIKEL: PH-Erweiterung: Der Preis des Erfolgs

Der auf dem Tisch liegende Erweiterungsbau für die Pädagogische Hochschule Thurgau hat einen stolzen Preis. Dieser widerspiegelt die Erfolgsgeschichte der PH, schreibt Christian Kamm in seinem Leitartikel.
Christian Kamm
Das Modell für den Erweiterungsbau der PHTG. (Bild: A A phil.leu)

Das Modell für den Erweiterungsbau der PHTG. (Bild: A A phil.leu)

«Schon wieder?», dürften sich nicht wenige gefragt haben, als sie realisierten, dass am 26. November über einen Baukredit von rund 27 Millionen Franken für die Pädagogische Hochschule Thurgau abgestimmt wird. Und sich daran erinnert haben, dass der PH-Neubau erst 2008 in Betrieb genommen worden ist. Neun Jahre später muss also bereits ausgebaut werden. Nur neun Jahre später. In der Tat: Das ist rekordverdächtig. So schnell ist noch keine kantonale Institution zu klein geworden. Da tun sich Fragen auf.

Zum Beispiel die, weshalb man die Entwicklung dannzumal derart unterschätzen konnte. Mag sein, dass die sprichwörtliche Thurgauer Vorsicht und das Bedürfnis, Mass zu halten und die notabene einzige Hochschule auf Thurgauer Boden lieber auf der sicheren Seite zu planen, hineingespielt hat. Es ist bekanntlich anders gekommen. Aber wem wollte man das schon vorwerfen? Vielmehr widerspiegelt sich in der rasanten Entwicklung, welche die PH seit ihrer Gründung genommen hat, eine echte Thurgauer Erfolgsgeschichte. Immer wieder ist es gelungen, Entwicklungschancen, die sich unter anderem aus der Nähe zur Universität Konstanz boten, zu nutzen und so neue Kapitel in der Thurgauer Lehrerbildung aufzuschlagen. Gab bei der Planung offensichtlich noch eine zögerlich-zaudernde Handschrift die Marschrichtung vor, folgte darauf dann eine umso zielstrebigere Vorwärtsstrategie. Sicher: Der jetzt auf dem Tisch liegende Erweiterungsbau hat einen stolzen Preis. Aber es ist, was nicht vergessen werden sollte, der Preis des Erfolges.
Dass eine PH-Erweiterung grundsätzlich angezeigt ist, wird denn auch von der Gegnerschaft, die sich knapp einen Monat vor der Abstimmung erstmals zu Wort gemeldet hat, nicht bestritten. Sie singt dabei aber das alte Lied, das schon in vielen Oppositionslagern gesungen worden ist: «Grundsätzlich ja, aber bitte nicht so und vor allem billiger.» Die Antwort auf die Frage «ja, wo denn?» und «wie denn?» fällt da schon ungleich schwerer. Natürlich ist der Standort mitten im Bildungscampus Kreuzlingen ein vergleichsweise teurer Standort, weil der Baugrund anspruchsvoll ist und bei der Gebäudehöhe auf das benachbarte Kloster Rücksicht genommen werden muss. Aber es ist gleichzeitig der einzig logische Ort. Der es sinnvollerweise erlaubt, die Synergien zwischen PH, Pädagogischer Maturitätsschule und Kantonsschule Kreuzlingen zu nutzen. Wer diesen Platz nun grundsätzlich in Frage stellt, der hat eigentlich die erste Abstimmung von 2006 verschlafen. Damals wurden, was den Standort der PH Thurgau betrifft, die entscheidenden Weichen gestellt – und nicht heute. Was jetzt zur Entscheidung ansteht, ist nichts anderes als die logische Fortsetzung.

Kosten kann man immer kritisieren. Der pauschale Vorwurf der Gegner aber, dass die vorberatende Kommission des Grossen Rates ihre Arbeit ungenügend getan und den Erweiterungsbau ohne genaue Prüfung durchgewunken hat, zielt ins Leere. Auf Initiative von eben dieser Kommission wird nun in der Ausführungsplanung der Minergie-A-Standard anstelle von Minergie P angestrebt, was gleichzeitig eine Reduktion der Baukosten um 700000 Franken verspricht. Die Prüfung hat also stattgefunden. Und sie war erfolgreich.
Auch ein klares Ja zum PH-Erweiterungsbau muss aber eines mit Bedingungen sein. Die wichtigste heisst: Diese Melodie kann nur einmal gespielt werden. So richtig es ist, der PH Thurgau jetzt jenen Raum zu verschaffen, den sie braucht, so ausgeschlossen ist es, in zehn Jahren über einen nächsten Ausbauschritt auch nur zu debattieren. Die PH hat ein atemberaubendes Wachstum hinter sich. Doch auf die Jahre der Gründungseuphorie muss jetzt die Konsolidierung folgen. Der Thurgau kann und darf stolz auf seine einzige Hochschule sein. Er hat allen Grund, sie zu hegen und zu pflegen. Aber sie sollte ihm auch nicht über den Kopf wachsen. Um es deutlich zu sagen: Was die schiere Grösse der Pädagogischen Hochschule betrifft, ist mit diesem Schritt, der am 26. November hoffentlich beschlossen wird, das Ende der Fahnenstange erreicht.

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