Leiche eines Arbeiters, Bier und Industrie

SIRNACH. (Korrigendum vom 14. November) Am letzten Samstag frühmorgens um 6 Uhr wurde ausserhalb des Unterdorfes in Sirnach auf einem Fusswege die Leiche eines hier wohnhaften Mannes aufgefunden. Es handelt sich dabei um Karl Schürmann.

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SIRNACH. (Korrigendum vom 14. November) Am letzten Samstag frühmorgens um 6 Uhr wurde ausserhalb des Unterdorfes in Sirnach auf einem Fusswege die Leiche eines hier wohnhaften Mannes aufgefunden. Es handelt sich dabei um Karl Schürmann.

Ein Arbeiter, der zu seiner Arbeitsstelle des Weges ging, fand den Leichnam auf dem Bauche liegend auf und erstattete sogleich Anzeige. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch einen Herzschlag feststellen. Somit sind jegliche anderen Vermutungen und Gerüchte über den Tod des Verstorbenen belanglos.

Wie mit Bestimmtheit gemeldet wird, muss die Leiche die ganze Nacht hindurch im Freien gelegen haben. Der Dahingeschiedene war seit vielen Jahren stark herzkrank, ist zu erfahren, so dass ein Tod durch Herzschlag eigentlich vorauszusehen war. Auch soll der Mann ein schwaches Augenlicht gehabt haben, so dass mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden darf, der Mann habe sich in der Dunkelheit der Nacht verirrt und durch die damit verbundenen Anstrengungen sich den Herzschlag zugezogen. Der Verstorbene stand im 57. Lebensjahre.

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FRAUENFELD. Der Gemeinderat Frauenfeld hat gestern eine Kommission eingesetzt, welche sich mit der Frage der Herbeiziehung neuer Industrien in die Kantonshauptstadt befassen soll.

Diese Kommission ist sehr prominent zusammengesetzt. Sie besteht aus folgenden Herren: Heinrich Brenner, Kaufmann, H. Blattmann, Fabrikant, Hans Schmid, dem Präsidenten des Verkehrsvereins, Carl Meyer, Präsident des Gewerbevereins, sowie W. Rupper, dem Direktor der Bodenkreditanstalt.

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Da die Münchner Brauereien ihrer schweizerischen Kundschaft einen Preisaufschlag von nicht weniger als 8 Rappen pro Liter avisiert haben, gedenken die hiesigen Restaurateure, die bis anhin Münchner Bier führten, künftig vom Ausschank desselben abzusehen.

Im Hinblick auf den sehr guten, wenn auch etwas teureren Wein, den vorzüglichen Saft und die vielerorts durchaus guten inländischen Biere dürfte so manchem Geniesser in der Schweiz die Entsagung vom Münchner Bier etwas leichter fallen.