Lehrerverband plant Lohnklage

Die Delegierten von Bildung Thurgau sind für eine Lohnklage zugunsten der altrechtlichen Lehrpersonen Textiles Werken und Hauswirtschaft.

Werner Lenzin
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WEINFELDEN. Gemäss Präsidentin Anne Varenne bemängeln Bildung Thurgau und die betroffenen Lehrpersonen Textiles Werken und Hauswirtschaft mit der altrechtlichen seminaristischen Ausbildung deren Einstufung im Lohnband. «Obwohl die Lehrpersonen deutlich und anerkannt mehr Fachwissen und Erfahrung besitzen, sind sie tiefer eingestuft als neu an der Pädagogischen Hochschule ausgebildete Lehrpersonen mit einer Lehrbefähigung in diesen Fächern», sagte die Präsidentin zu den 81 Teilnehmern und Gästen der Delegiertenversammlung von Bildung Thurgau.

146 stehen mit Namen dazu

176 Lehrpersonen mit altrechtlicher Lehrbefähigung beteiligten sich dieses Jahr an einer Umfrage. 146 von ihnen sind bereit, mit ihrem Namen und ihrer Unterschrift mit Einzelklagen die Verbandsklage von Bildung Thurgau zu unterstützen. Die Geschäftsleitung beantragt den Delegierten aufgrund einer Gesamtbetrachtung der Prozessaussichten und der erfolglosen politischen Vorstösse eine Feststellungsklage, kombiniert mit wenigen Einzelklagen gegen die tiefere Einstufung der altrechtlichen Werk- und Hauswirtschaftslehrerinnen, einzureichen. Bevor die Verbandsklage im Frühling 2016 gestartet wird, soll ein letzter politischer Vorstoss im Grossen Rat des Kantons Thurgau und bei der Erziehungsdirektoren-Konferenz zur Anerkennung dieser altrechtlichen Diplome erfolgen. Nach wenigen kurzen Voten unterstützen die Delegierten einstimmig den Antrag der Geschäftsleitung, eine Lohnklage gegen die tiefere Einstufung der altrechtlich ausgebildeten Lehrpersonen im Textilen Werken, Werken und Hauswirtschaft einzureichen.

Miteinander statt Strukturen

«Den nationalen Zusammenhalt erreichen wir nicht mit dem Festlegen von Strukturen, sondern mit einem Miteinander», sagte Varenne. Sie spielte damit auf den Entscheid an, wonach das Frühfranzösisch ab 2017/ 2018 in der Primarschule auslaufen soll. «Wir stärken die zweite Landessprache auf der Sekundarstufe mit einem Modell, das ein intensives Sprachentraining ermöglicht», sagte Varenne.

Eine zweijährige Vorbereitungszeit und vier Jahre für die Umsetzung kündigte Regierungsrätin Monika Knill mit Blick auf den Lehrplan Volksschule Thurgau an. Weiter sagte Knill, die Arbeit im Zusammenhang mit dem neuen Sprachkonzept sei abgeschlossen.

Weitere Mitglieder

Die wichtigste Änderung in den Statuten betrifft die Erweiterung des Mitgliederkreises. Pädagogisch ausgebildete Bildungsfachleute, die eine mit der Schule Thurgau eng verbundene Tätigkeit ausüben, sollen neu als Aktivmitglieder zugelassen werden. «Personen, die diese Tätigkeit nicht mehr ausüben oder sich im Studium befinden, wie auch Personen, die die Haltungen, Positionen und Zielsetzungen von Bildung Thurgau unterstützen, aber keine pädagogische Grundausbildung haben, sollen Passivmitglied werden können», beantragt die Geschäftsleitung. Diesem Vorschlag setzte sich der Delegierte Hansueli Steinmann entgegen und sein Antrag, dass ohne pädagogische Ausbildung auch keine Passivmitgliedschaft möglich ist, wurde mit grosser Mehrheit angenommen.