Lehrerbildung: Kantonsräte wollen Ausweg

Der Regierungsrat will Berufsmaturanden den Einstieg in die Lehrerbildung nicht erleichtern. Die Kantonsräte Urs Martin und Peter Schütz sind enttäuscht, bieten aber eine Kompromisslösung an.

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kreuzlingen. Mit ihrer parlamentarischen Initiative hatten die Kantonsräte Peter Schütz (FDP) und Urs Martin (SVP) den Schulrat und die Schulleitung der Pädagogischen Hochschule (PH) Thurgau aufgeschreckt. Analog zu Personen mit gymnasialer Matura müssten auch Berufsmaturanden prüfungsfrei in die PH einsteigen können. Doch Regierung und PH-Leitung reagierten ablehnend: Falls der Thurgau die Berufsmaturanden auf diesem Weg zur Lehrerbildung zulasse, verlören die Diplome der PH die schweizweite Anerkennung. Zudem sei die Berufsmatura ein anderer Ausbildungsweg als die Kantonsschule, entsprechend müssten sich die Schüler nachqualifizieren.

Gegen den Lehrermangel

Enttäuscht zeigen sich jetzt die Initianten in einer Mitteilung. Ziel müsse es sein, die Berufsmaturanden gleichzustellen, sagt Schütz auf Nachfrage. Es brauche mehr Praktiker im Lehrberuf, Berufsmaturanden müssten deshalb einen einfacheren Zugang zur PH erhalten. Mit der Gleichstellung von Berufsmaturanden und Gymnasiasten könne der Kanton dem Lehrermangel entgegenwirken. «Der Regierungsrat unterschätzt dieses Problem.» Ein erleichterter Zugang für Berufsmaturanden erhöhe zudem den Männeranteil im Lehrerberuf.

Regierung will abwarten

Martin und Schütz signalisieren aber Kompromissbereitschaft. «Wir könnten von einer Gesetzesänderung absehen», sagt Schütz. «Falls Regierung und Schulrat bereit sind, die Zutrittsbedingungen zur PH zu ändern, werden wir die Initiative zurückziehen.» Wichtig sei aber ein klares Signal von beiden Seiten. Andernfalls wollen die Kantonsräte alles daran setzen, dass der Grosse Rat die Initiative unterstützt. Ein schnelles Entgegenkommen der Regierung wird es aber freilich nicht geben: «Wir wollen die Debatte im Rat abwarten», sagt Regierungsrätin Monika Knill. (hal)