Lehrerakten bleiben erhalten

Das Thurgauer Staatsarchiv betrachtet Lehrer als öffentliche Personen. Schulen müssen deshalb ihre Personaldossiers längerfristig aufbewahren.

Thomas Wunderlin
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FRAUENFELD. Lehrer spielen in der Biographie ihrer Schüler eine bedeutende Rolle. «Sie sind eine Art öffentlicher Personen, über die man allenfalls auch später Auskunft haben möchte», antwortet der Thurgauer Regierungsrat auf eine Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Andreas Wirth. Der Frauenfelder Schulpräsident verlangte eine Anpassung der geltenden Archivfristen.

Weisungen aus der Beamtenära

Seit den letzten Weisungen des Staatsarchivs von 1999 sei unter anderem der Beamtenstatus der Lehrpersonen weggefallen. Eingeführt wurden Personal im Stütz- und Förderbereich sowie Therapeuten und Schulleiter. Personaldossiers von Lehrern müssten bis zum Ablauf der 80jährigen Schutzfrist aufbewahrt werden. Es gebe kein öffentliches Interesse an dieser langen Aufbewahrung; auch stelle sich die Frage des Datenschutzes. Nur zehn Jahre dauere diese Frist bei Schul- und Kindergartenangestellten.

Gemäss der regierungsrätlichen Antwort soll das Staatsarchiv bis 2016 den Registratur- und Archivplan mit den massgeblichen Fristen revidieren. Die dauernde Aufbewahrung der Lehrerakten liege «nach aller Erfahrung auch im Interesse der Schulbehörden selber». Das Staatsarchiv gebe die Dossiers deshalb nicht zur Vernichtung frei. Vom Datenschutz her sei die Archivierung gesetzlich abgestützt. Das Staatsarchiv bewahre seit jeher Lehrerdossiers von Mittel- und Berufsschulen dauernd auf. Dabei werde eine Auswahl nach Evidenzkriterien getroffen. Bei den nebenamtlich geführten Gemeinde- und Schularchiven soll laut Regierungsrat auf die Auswahl verzichtet werden.

Weiter auf Papier

Er empfiehlt den Gemeinden dringend, die Originaldokumente in Papierform zu archivieren. Zuerst solle auf kantonaler Ebene genügend Erfahrung mit der elektronischen Langzeitarchivierung gesammelt werden.