Lehrer demonstrieren Einigkeit

76 Lehrerinnen und Lehrer beteiligten sich an der Vernehmlassung zum Lehrplan Volksschule Thurgau. An der Delegiertenversammlung von Bildung Thurgau verabschiedete man die Vernehmlassungsantwort einstimmig. Präsidentin Anne Varenne ist für weitere vier Jahre einstimmig bestätigt worden.

Werner Lenzin
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Vizepräsidentin Tanja Kroah heisst den neuen Amtschef Beat Brüllmann in den Reihen der Delegierten willkommen. (Bild: Werner Lenzin)

Vizepräsidentin Tanja Kroah heisst den neuen Amtschef Beat Brüllmann in den Reihen der Delegierten willkommen. (Bild: Werner Lenzin)

WEINFELDEN. Anstelle der erkrankten Präsidentin Anne Varenne leitete Vizepräsidentin Tanja Kroha die Delegiertenversammlung im Traubensaal. «Mit Blick auf die Europameisterschaft sind wir hinsichtlich des neuen Lehrplans weder im Achtel- noch im Halbfinal, sondern es gilt einen Konsens zu finden, dass es nur Gewinner gibt», wandte sich Regierungspräsidentin Monika Knill an die Delegierten. Sie forderte diese auf, die Kraft der Vernehmlassung zu nutzen. «Ihre breite Experten-Tätigkeit ist gefragt, und es gilt nun, alle Vernehmlassungen zu sichten und auszuwerten», sagte Knill.

Kein Abbau musischer Fächer

«Die Bildung muss sich am Kind orientieren, und wir müssen uns immer wieder fragen, was wir für den Jugendlichen tun», wandte sich der neue Amtschef Beat Brüllmann an die Delegierten. Für ihn ist Unterricht Kommunikation, die täglich neu entsteht und begleitet wird von selbstbewussten Lehrpersonen, die motivieren und begeistern können.

Thurgauerlied nicht verbindlich

Und wie lautet die Vision des neuen Amtschefs? «Die Volksschule Thurgau ist gut, und wir wollen diese Qualität erhalten und weiterentwickeln. Wir vom Amt sehen uns als Dienstleister.» Im Vorfeld der Verabschiedung der umfassenden Vernehmlassungsantwort von Bildung Thurgau bot sich allen Stufenvertretern die Möglichkeit für ein zweiminütiges Statement. Klar kam dabei zum Ausdruck, dass auch in Zukunft ein hundertprozentiges Pensum möglich sein muss. Dies, um die Attraktivität des Berufs zu erhalten. Zudem wurde der Ruf laut gegen den Abbau der nicht kopflastigen Fächer auf der Sekundarstufe.

Eine grosse Einigkeit dokumentierten die 76 Delegierten bei der Verabschiedung der Vernehmlassungsantwort, stimmten sie doch allen 47 Punkten und Vorschlägen von Bildung Thurgau zu. So lehnte man entschieden ab, dass die neue Stundentafel kostenneutral eingeführt werden soll. Für die Verschiebung von Französisch auf die Sekundarstufe müssen die finanziellen Mittel gesprochen oder sonst der parlamentarische Entscheid rückgängig gemacht werden.

Weiter forderten die Delegierten eine Erhöhung um zwei Lektionen Musik in den ersten beiden Sekundarklassen gegenüber der vorgeschlagenen Stundentafel.

Die Schüler sollen weiter selber entscheiden, ob sie zwei Lektionen Musik oder zwei Lektionen textiles oder technisches Gestalten besuchen. Das Thurgauerlied soll gelernt, aber nicht als verbindlicher Inhalt definiert werden.

Einverstanden erklärt man sich mit der Erhöhung um zwei Lektionen auf 26 Pflichtlektionen in der zweiten Klasse, und klar steht man auch hinter der Forderung von Bildung Thurgau, dass die drei Fächer des Fachbereichs Gestalten in der Stundentafel und im Zeugnis in allen Klassen einzeln aufgeführt und einzeln bewertet werden: bildnerisches Gestalten, technisches Gestalten und textiles Gestalten.

Anne Varenne wiedergewählt

Einstimmig stimmten die Delegierten dem Antrag zu, die Pflichtlektionen in der ersten und zweiten Sekundarklasse auf 34 Lektionen zu senken und dass das Fach Wirtschaft, Arbeit und Haushalt wie bis anhin zwingend in Vier-Lektionen-Blöcken während der gesamten zweiten Sekundarklasse unterrichtet werden muss. Das neue Beurteilungssystem mit Noten und Kompetenzprofil will man frühestens auf das Schuljahr 2020/2021 einführen.

In der ersten und zweite Klasse soll weiterhin auf ein Notenzeugnis verzichtet und die vier bisherigen Spalten des Einschätzungsbogens mit derselben Benennung und Reihenfolge beibehalten werden.

Im Verlauf der traktandierten Geschäfte wählten die anwesenden Delegierten die Präsidentin des Verbands Bildung Thurgau, Anne Varenne, einstimmig für weitere vier Jahre und verabschiedeten Geschäftsführerin Linda Baumann nach zwei Jahren.